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Google: Gerüchte um Gdrive erhärten sich

07.03.2006 | 16:06 Uhr |

Eine kleine Randnotiz in einer Präsentation, die Google vor Analysten gehalten hat, ist Auslöser neuer Spekulationen um Gdrive, einem virtuellen Laufwerk, auf dem Anwender alles, was sie auf ihrer Festplatte haben, zwischenspeichern können. Etwa um unterwegs auf die Digitalbilder der Kleinen zurückgreifen zu können.

Bereits seit längerem geistert das Gerücht durchs Internet, demnach Google eine Art virtuelle Festplatte plant, das Gdrive. Anwender könnten darüber ihre komplette Festplatte spiegeln, um sich für einen Festplattencrash zu wappnen oder Dateien kurzfristig zwischenzulagern. Bei einer Präsentation vor Analysten kam diese Art von Technologie in einer Randnotiz zur Sprache, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters .

Die daraufhin auch zum Download freigegebene Präsentation enthielt laut Reuters folgenden Punkt: "Mit unbegrenztem Speicher können wir alle Dateien von Anwendern, inklusive Mails, Web-History, Bilder, Bookmarks und so weiter unterbringen und es von überall aus zugänglich machen (über jedes Gerät, über jede Plattform)". Dieser Punkt fehlt nun in einer überarbeiteten Version der Präsentation . Darüber hinaus lies Google-Chef Eric Schmidt laut Reuters verlauten, dass ein Ziel von Google sei "100 Prozent" der Informationen der Anwender zu speichern.

Für die Umsetzung denkbar wäre beispielsweise eine Erweiterung des Google-Mail-Dienstes, der bereits jetzt über gewaltige Kapazitäten verfügt. Und mal ehrlich: Welcher Anwender benötigt wirklich 2-3 GB Speicherplatz für Mails?

So schön die Sache auf den ersten Blick auch aussehen mag (die Daten wären vor Hardware-Defekten des Heimrechners geschützt, etc.) , bedenklich ist die Angelegenheit auf den zweiten Blick. Denn immerhin würden Anwender ihre persönlichen Informationen einem Dritten aushändigen und darauf hoffen, dass diese dort auch sicher aufgehoben sind. Für komplette Festplatten-Images wäre ein solcher Dienst aus Sicherheitsgründen somit wohl eher nichts. Aber als Zwischenspeicher für unbedenkliche Dateien eventuell eine Alternative.

Die Idee einer virtuellen Festplatte ist nicht neu. Einige Unternehmen bieten solche Dienste, allerdings sind diese kostenpflichtig. Sollte Google tatsächlich eine Art Gdrive veröffentlichen und wäre dieses wie Google-Mail und Co. ebenfalls gratis, dürften diese Anbieter sich schleunigst nach einem neuen Geschäftsmodell umsehen müssen.

Google stopft blitzschnell Lücke in Google-Mail (PC-WELT Online, 03.03.2006)

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