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Google Desktop Search lädt zu Spionage ein

Was als Nutzen gedacht ist, kann sich bei der Google Desktop Search schnell gegen Sie wenden: Das Tool ermöglicht es anderen Benutzern eines PCs, von Ihnen besuchte Web-Seiten sowie mit Webclients bearbeitete Mails einzusehen.

Das kostenlose Tool " Google Desktop Search " soll es Nutzern erleichtern, Office-Dokumente, Chat-Logs und aufgerufene Web-Seiten wieder zu finden. Jetzt ist das Helferlein allerdings ein wenig in Verruf geraten. Der Grund: Mit der Google Desktop Search können von anderen Benutzern auf dem PC aufgerufene Internetseiten sowie über Webclients verschickte Mails eingesehen werden. Dies fand unser Kollege Tom Spring von PC-World heraus.

Ort des Geschehens war der Google-Stand auf der Digital Life Trade Show . Spring gab an dem Vorführ-PC die Stichworte "Compose" und "Inbox" in die Suchmaske der Google Desktop Search ein. Als Antwort spuckte die Desktop-Suchmaschine natürlich auch Seiten aus, die zuvor von anderen Benutzern besucht wurden. Fatal: Tom Spring konnte die in Frage kommenden Suchergebnisse zwar nicht durch Klick auf die mitgelieferten Links aufrufen, jedoch war es ihm möglich, die von der Google Desktop Search ebenfalls indizierten Cache-Versionen der Treffer zu lesen.

Mit der Problematik konfrontiert, entgegnete Marissa Mayer, Director für Consumer Web Products bei Google: "Das ist kein Bug. Im Gegenteil: Das ist ein Feature." Die Google Desktop Search sei eben nicht für PCs mit mehreren Benutzern ausgelegt. Außerdem könne bei dem Tool die Indizierung von Web-Seiten oder bestimmten Domains ausgeschlossen werden.

Google führt Desktop-Suche ein (PC-WELT Online, 15.10.2004)

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