Google-Chef verteidigt Filter in chinesischer Suchmaschine

Der Mitgründer von Google, Sergey Brin, verteidigte die Entscheidung, auf der chinesischen Such-Site Google.cn Inhalte zu filtern. Dies gefalle ihm zwar nicht, sei aber tragbar, berichtet unsere Schwesterpublikation Computerwoche.

Google darf auf Druck des kommunistischen Regimes seine chinesische Ausgabe der Suchmaschine nur mit Filtern betreiben. Diese sollen aus Sicht der politischen Führung Chinas heikle Themen etwa zu Taiwan und Demokratie von der Ergebnisliste fernhalten. Auch bietet die Firma im Reich der Mitte nur die Suche nach Texten und Bildern, nicht aber Mail-Konten, Chats und Weblogs, die eine freie Meinungsäußerung ermöglichen könnten.
Das Einknicken vor den chinesischen Machthabern hat einen Proteststurm im Web ausgelöst. Wenig erbaut waren auch Vertreter von Menschenrechtsorganisationen. Amnesty International beispielsweise verurteilt Googles Maßnahme als "kurzsichtig". Abkommen zwischen globalen Firmen und den chinesischen Behörden habe Internet-Zensur zur Norm gemacht. Gerade Google propagiert ansonsten nämlich die freie Rede und den ungehinderten Zugriff auf Informationen. Man wirbt gar mit dem Slogan "Don´t be evil".
Auf dem Welthandelsforum in Davos äußerte sich Google-Mitgründer Brin zu den kritischen Tönen. "Die Nutzung von Google wird bereits seit Jahren durch die chinesische Regierung zensiert." Dies gilt für Google.com. Beim neuen Portal mit der Domain-Endung .cn für China hatte das Unternehmen selbst die Filter angebracht. "Mir gefällt das auch nicht, aber es ist eine tragbare Entscheidung."
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