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Google Apps startet Angriff auf Microsoft Office

22.02.2007 | 10:46 Uhr |

Heute ist Google Apps in einer kostenpflichtigen Version für Firmen gestartet. Zwar kann die Programm-Vielfalt derzeit noch nicht mit Microsoft Office konkurrieren, mittelfristig könnte jedoch ein echter Konkurrent zur allseits bekannten und genutzten Büro-Suite entstehen.

Google Apps besteht aus Applikationen wie Google Mail, Google Talk, Google Calender, Docs & Spreadsheets sowie Page Creator und Start Page. Alle Services werden von Google gehostet, Unternehmen können sich somit das IT-Leben ein wenig erleichtern, weil beispielsweise das Warten von Mail-Servern entfällt und für Support Google zuständig ist. Heute ist mit der Premier Edition von Google Apps ein erweiterter, kostenpflichtiger Dienst gestartet, der sich sowohl an kleinere als auch an größere Firmen richtet. Das Angebot ist derzeit nur in den USA verfügbar.

Pro Jahr kostet der Dienst 50 US-Dollar pro Nutzer, bis Ende April 2007 kann die Premier Edition kostenlos getestet werden. Vergleicht man diesen Betrag mit den Kosten für eine Office-Lizenz, dürften bereits einige Verantwortliche in den Chefetagen ins Grübeln kommen. Denn diese kostet oft mehrere hundert Dollar - dafür allerdings nur einmalig.

Google Apps Premier Edition beinhaltet neben den genannten Anwendungen unter anderem 10 GB Speicherplatz bei Google Mail (pro Account), spezielle APIs zur Integration, mobilen Zugriff, Administrations-Tools sowie 24/7-Support (Online und per Telefon). Auch Blackberrys sollen per Google Mail unterstützt werden.

Noch ist Google Apps aber keine direkte Konkurrenz zu Microsoft Office. So fehlt beispielsweise ein Präsentationsprogramm, und auch die Funktionsvielfalt von Docs & Spreadsheets entspricht nicht unbedingt derjenigen, einer ausgewachsenen Office-Suite. Auch der Umstand, dass bei der Nutzung von Google Apps mitunter auch sensible Unternehmens-Daten auf den Servern von Google gespeichert werden, sollte bedacht werden.

Doch als Ergänzung zu einer bestehenden Office-Suite eignet sich Google Apps nach Meinung einiger Firmen, die das Produkt bereits getestet haben, durchaus. So hat das im Medizin-Bereich tätige Unternehmen SF Bay Pediatrics die Premier Edition seit Januar in Betrieb, in erster Linie um eine einheitliche Mail-Plattform zu nutzen. Davor setzten die Angestellten unterschiedliche Mail-Anwendungen (AOL, etc.) ein, was zu einem erheblichen Support-Aufwand geführt hat. Dieser Aufwand sei mit dem Umstieg auf Google Mail mit einem Schlag auf Null gesunken, so Andrew Johnson, CIO des Unternehmens.

Für Prudential Preferred Properties aus Chicago war auch der Preis ausschlaggebend. So kostet das Unternehmen eine Office-Lizenz zwischen 350 und 400 Dollar und damit in Einzelfällen "mehr, als der Rechner, auf dem es installiert ist", so Camden Daily, Technology Director des Unternehmens. Auch hier wird in erster Linie Google Mail als Mail-Applikation für die rund 450 Angestellten genutzt. Allein, dass diese nun stabil laufe, sei den Preis für die Premier Edition wert, so der Manager. Die restlichen Applikationen werden eher als Bonus angesehen. Und es wird bereits getestet, wie sich Docs & Spreadsheets im täglichen Geschäft einsetzen lässt. Interessant dabei ist vor allem der Vergleich zu Excel und Word.

Doch noch ist Microsoft Office mit rund 450 Millionen Nutzern weltweit unangefochtener Platzhirsch. Doch der Online-Service Office Live beinhaltet - anders, als der Name vermuten lassen würde - bislang keine Applikation wie Word oder Excel. Microsoft will hier zweigleisig fahren und zum einen an den normalen, stationären Office-Paketen festhalten und zusätzliche über Angebote wie Office Live oder Office Online zusätzliche Ressourcen über das Web anbieten.

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