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Google: Antipiraterie-Tool für Youtube soll keine Uploads blockieren

01.08.2007 | 09:50 Uhr |

Ein neues Tool für Youtube soll künftig das Aufspüren von urheberrechtlich geschützten Inhalten deutlich erleichtern. Google hat nun klar gestellt, dass es sich bei diesem Tool um keine Filtertechnik handelt, die Uploads fragwürdiger Inhalte von vorneherein blockiert. Im Grunde ist dies aber nur Haarspalterei, denn im Ergebnis sind derartige Videos so oder so nicht auf Youtube verfügbar.

Die Milliardenklage von Viacom gegen Google wegen der Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Inhalten auf Youtube hat unter anderem dafür gesorgt, dass das Videoportal künftig besser prüfen will, was die Anwender eigentlich hochladen. Eine wesentliche Erleichterung dieser Arbeit erhofft man sich von einem neuen Antipiraterie-Tool für Youtube , das Videoclips automatisch prüfen soll. Hierbei greift das Tool auf eine Datenbank mit "digitalen Fingerabdrücken" von Inhalten zurück, die die Rechteinhaber nicht auf Youtube verbreitet sehen möchten.

Google hat nun klar gestellt, dass es sich bei dieser Technik um keinen Filter handelt, Uploads also nicht automatisch blockiert werden. Das Tool wird vielmehr erst nach einem Upload aktiv und prüft dann die hochgeladenen Inhalte. Letztlich ist es aber egal, ob das Tool nun vor oder nach dem Upload seine Arbeit aufnimmt, denn laut Google bietet das Tool folgende Aktionsmöglichkeiten, sobald es fündig wird:

* Der fragwürdige Inhalte wird gelöscht
* Es wird ein Alarm/Hinweis (zum Beispiel an den Rechteinhaber) ausgegeben
* oder beides geschieht

Am Freitag erklärte Google-Anwalt Philip S. Beck im Rahmen einer Anhörung beim Viacom-Google-Fall die Funktionsweise des Tools. "Ein Urheberrechtsinhaber würde uns das jeweilige Video zur Verfügung stellen und erklären, dass er dieses nicht auf Youtube sehen möchte. Wir entwickeln einen Weg um davon sozusagen einen elektronischen oder Video- oder digitalen Fingerabdruck zu erstellen, so dass, sobald jemand dieses Video hochlädt, die Rechner automatisch feststellen können, dass es sich um einen Inhalt handelt, den der Urheberrechtsinhaber nicht auf dem System haben möchte und wir könnten den Inhalt offline nehmen."

Die Entwicklung dieses Tools sei allerdings freiwilliger Natur, erklärte Google-Sprecher Ricardo Reyes: "Der Digital Millenium Copyright Act (DMCA) verlangt von uns nicht, diese Tools bereit zu stellen. Der DMCA verlangt lediglich, Inhalte offline zu nehmen, sobald wir über Verstöße informiert werden. Doch letztlich wollen wir ebenfalls keine geschützten Inhalte anbieten."

Bereits jetzt sind bei Youtube Tools im Einsatz, die geschützte Audio-Inhalte aufspüren sollen. Zudem können Urheberrechtsinhaber fragwürdige Inhalte markieren.

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