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11.000 Domains beherbergen Scareware

16.04.2010 | 14:04 Uhr |

Sicherheitsforscher bei Google haben mehr als ein Jahr lang Erkenntnisse über betrügerische Antivirusprogramme gesammelt und ausgewertet. Die Ergebnisse zeichnen ein Bild vom Ausmaß des Problems.

Die Profite der Online-Kriminalität stammen zu einem erheblichen Teil aus der Verbreitung betrügerischer Antivirusprogramme, so genannter Scareware. Praktisch täglich tauchen neue Variationen desselben Schemas auf. Internet-Nutzer werden mit vorgetäuschten Schädlingsbefunden zur Installation vorgeblicher Schutzprogramme genötigt. Google-Forscher haben untersucht, welches Ausmaß dieses Problem inzwischen angenommen hat.

Niels Provos vom Google Security Team kündigt im Google Online Security Blog einen Vortrag beim "Workshop on Large-Scale Exploits and Emergent Threats" (LEET) an, der am 27. April in San Jose, Kalifornien, im Rahmen des "USENIX Symposium on Network Design and Implementation" stattfinden wird. Unter dem Titel "The Nocebo Effect on the Web: An Analysis of Fake Anti-Virus Distribution" sollen die Ergebnisse der Untersuchungen über die Verbreitung von Scareware im Web vorgestellt werden.

Provos gibt bereits vorab einige Fakten aus der 13-monatigen Studie zum Besten. Die Google-Forscher haben etwa 240 Millionen Web-Seiten untersucht und dabei mehr als 11.000 Domains entdeckt, die Scareware verbreiten. Sie machen damit etwa 15 Prozent aller Malware-Domains aus, die Google in diesem Zeitraum im Web gefunden hat. Die mittlere Lebensdauer dieser Domains hat sich im gleichen Zeitraum von etwa 80 Tagen auf kaum eine Stunde verringert.

Scareware-Links bei Google
Vergrößern Scareware-Links bei Google
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Online-Kriminelle setzen zur Verbreitung von Malware auf tagesaktuelle Themen, die viele Internet-Nutzer in Suchmaschinen recherchieren. Etwa 60 Prozent der zu diesem Zweck erstellten Web-Seiten enthalten Scareware. Betrügerische Schutzprogramme machen ungefähr die Hälfte derjenigen Malware aus, die mit Hilfe schädlicher Werbebanner verbreitet werden.

Googles Sicherheitsforscher raten Internet-Nutzern dazu nur Schutz-Software von bekanntermaßen vertrauenswürdigen Anbietern zu installieren und diese stets auf dem aktuellen Stand zu halten.

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