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IT-Freiberufler gefragt wie noch nie

20.10.2008 | 10:01 Uhr |

Die deutsche Industrie klagt über unbesetzte IT-Stellen und fehlendem Know-how. Die Konsequenz: IT-Freelancer sind begehrter denn je, besonders auch als Vermittler von Fachwissen.

In Zeiten des Fachkräftemangels bei haben IT-Freiberufler Hochkonjunktur. Immer mehr Unternehmen müssen auf freie Mitarbeiter zurückgreifen, um ihre Vakanzen zu füllen. Immerhin sind es mittlerweile rund 70 Prozent aller deutschen Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern, und das soll zunächst so weitergehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie des Personaldienstleisters Hays und des Berliner Marktforschungshauses Berlecon Research . Laut Frank Schabel, Marketing-Leiter von Hays , sei wegen der ausgeprägten Personalengpässe der Bedarf in einigen IT-Bereichen mittlerweile größer als die Zahl der zur Verfügung stehenden externen Spezialisten.

Besonders begehrt: SAP-Berater

Unter den für die Studie befragten 160 IT-Leitern musste jeder achte zugeben, mehr als 20 IT-Freelancer in seinem Unternehmen zu beschäftigen. Am häufigsten sind die externen IT-Experten in Großunternehmen und Dienstleistern anzutreffen. Laut Studie soll die verarbeitende Industrie bald dem Trend folgen. Etwa 40 Prozent der befragten Unternehmen stellen sich demnach darauf ein, in den nächsten zwei Jahren die Zahl der freien IT-Mitarbeiter gegenüber den fest angestellten zu erhöhen. Besonders gefragt sind vor allem Softwareentwickler, gefolgt von Kräften für Planung, Design und Beratung. SAP-Spezialisten gehören – wie schon seit vielen Jahren – zu den meist gesuchten Fachleuten.

Auch das Einsatzspektrum der freien Mitarbeiter wird immer breiter. Zusätzlich zur Programmierung und Projektbetreuung kommt inzwischen verstärkt die Beratung hinzu. Freiberufliche IT-Berater und Coaches würden laut Andreas Stiehler, Senior Analyst bei Berlecon Research, vor allem im IT-Service-Management, in Change-Management-Projekten oder als direkte Berater des Business gebraucht.

In den letzten Jahren mit einer guten Konjunktur scheinen sich viele Projekte aufgestaut zu haben, die jetzt abgearbeitet werden müssen. Ohne externe Hilfe sei das kaum möglich. "IT-Chefs erkennen, dass sie mit den Erfahrungen und Best-Practice-Wissen der Freelancer Innovationen vorantreiben und die Produktivität steigern können", erklärt Siehler. Ihr Vorteil: Anders als die meisten Festangestellten seien sie in der Lage, einen über Abteilungsgrenzen hinweg übergreifenden Blick auf ein Unternehmen und dessen Markt zu haben.

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