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Gmail wird heute 10 Jahre alt

01.04.2014 | 13:59 Uhr |

Nein, dies ist kein April-Scherz. Aber als Google vor genau 10 Jahren einen eigenen Mail-Dienst angekündigt hatte, haben viele an einen April-Scherz geglaubt. Grund waren die Konditionen.

Am 1. April 2004 kündigte Google einen neuen Mail-Dienst an: Googlemail alias Gmail. Was damals nicht wenige für einen Aprilscherz gehalten hatten, wurde bald einer der populärsten Mail-Dienste. Denn Googlemail versprach von Anfang an 1 GB Speicherplatz und Mail-Anhänge mit bis zu 25 MB. 2004 waren noch Postfächer mit maximal 20 MB weit verbreitet - kein Wunder also, dass so mancher das Gebotene nicht glauben wollte. Anfangs war Gmail jedoch nicht allen Nutzern zugänglich - der Dienst befand sich lange in der geschlossenen Beta-Phase. Nur mit einer Einladung bekam man einen Gmail-Account. Zum ersten Geburtstag stockte Googlemail seinen Speicherplatz auf 2 GB auf. Immer wieder hat Google seitdem beim Speicherplatz nachgebessert - meist in kleinen Schritten. Zur Einführung von Google Drive vor rund einem Jahr wurde der Speicher dann auf satte 15 GB ausgeweitet - allerdings gilt er für Texte & Tabellen, Drive und Mail zusammen.

So sah Gmail in der Anfangszeit aus.
Vergrößern So sah Gmail in der Anfangszeit aus.

Die Nutzung von Gmail war von Anfang an kostenfrei. Geld verdient Google - wie auch bei seinen anderen Diensten - mit Werbung. Die Art der Werbung sorgte allerdings für einen Aufschrei bei vielen Datenschützern. Google liest die Mails des Nutzers nämlich automatisiert aus und platzierte Werbebanner mit möglichst passenden Keywords. Das Unternehmen betont jedoch, dass dies maschinell geschehe und kein Google-Mitarbeiter Einblick in Ihr Konto habe. Wenn Sie also Ihrem Freund eine Mail über Ihren neuen Rasenmäher geschrieben haben, kann es schnell passieren, dass Sie bald Werbung für Rasenmäher am rechten Bildschirmrand sehen. Mit dieser Form der Werbung steht Google aber längst nicht mehr alleine da unter den Freemailern. Microsoft durchsuchte Mails eines Hotmail-Kontos gar manuell und ohne Gerichtsbeschluss, wie erst kürzlich bekannt wurde.

Eine der jüngsten Änderungen in Googlemail: Alle Mails, die mit dem Dienst verschickt werden, sind nun automatisch und ohne Ausnahme verschlüsselt.

Als April-Scherz darf man aber getrost den Gmail Shelfie abtun, den Google heute angekündigt hat. Das soll ein SHareable sELFIE sein - also ein Selbstbildnis ("Selfie"), welches man gut mit anderen teilen kann. Dieser Selfie lasse sich mit wenigen Mausklicks an die Mutter, die Tante oder das Mädchen, das man liebt, schicken und von ihnen als Gmail-Hintergrundbild verwenden.

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