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Gläsernes Internet

20.02.2001 | 16:27 Uhr |

Für erheblichen Wirbel sorgt der Entwurf für eine Tele-Kommunikations-Überwachungsverordnung: Provider sollen künftig Möglichkeiten zur lückenlosen Überwachung ihrer Dienste bereitstellen müssen.

Für erheblichen Wirbel sorgt der Entwurf für eine Tele-Kommunikations-Überwachungsverordnung (TKÜV): Demnach sollen Provider künftig dazu verpflichtet werden, Möglichkeiten zur lückenlosen Überwachung ihrer Dienste bereit zu stellen, wie die "Financial Times Deutschland" berichtete.

Sollte eine solche Verordnung tatsächlich verabschiedet werden, wäre dies ein weiterer Eingriff in die Privatsphäre der Nutzer: Provider müssten künftig Strafverfolgungsbehörden und Geheimdiensten Zugang zu ihren Diensten, also etwa den Mailaccounts der Kunden, ermöglichen.

Doch nicht nur der Datenschutz wäre beeinträchtigt. Um die geplanten Abhörauflagen des Bundeswirtschaftsministeriums erfüllen zu können, kämen erhebliche Kosten auf die Provider zu: Technische Anlagen zur Überwachung müssten zunächst angeschafft werden. Zusätzlich würden jährliche Wartungs- und Personalkosten für diesen "Abhörauftrag" anfallen.

Die Kosten könnten außerdem für viele kleinere Provider das Aus bedeuten. Auch eine Verteuerung der Tarife für die Kunden könnte diese Maßnahme nach sich ziehen: Schließlich lassen sich die finanziellen Aufwendungen für die Überwachungstechnik letztendlich nur langfristig wieder herein holen - über höhere Gebühren für die Nutzer.

Bereits jetzt wird der Entwurf von der Wirtschaft scharf kritisiert. Anfang April wird sich das Bundeswirtschaftsministerium mit den Einwänden auseinander setzen. (PC-WELT, 20.02.2001, eb)

Folgt AOL dem Beispiel von T-Online? (PC-WELT Online, 19.02.2001)

Nach dem T-Online-Schock (PC-WELT Online, 16.02.2001)

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