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Gigabell: Kundenadressen werden verkauft

02.11.2000 | 16:18 Uhr |

Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens für die Frankfurter Gigabell AG ist der Aktienkurs zu Börsenbeginn am Donnerstag kräftig eingebrochen.

Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens für die Frankfurter Gigabell AG ist der Aktienkurs zu Börsenbeginn am Donnerstag kräftig eingebrochen. Gerade mal 1,62 Euro bekamen Aktionäre in Frankfurt zu Handelsbeginn noch für Gigabell-Papiere.

Bis Donnerstagmittag trieben erste wagemutige Käufer den Kurs aber wieder auf drei Euro. Einst notierten die Aktien des ersten Pleitiers am Neuen Markt bei mehr als 130 Euro. Vor Aussetzung des Handels am Montag kosteten Gigabell-Aktien noch rund 7,40 Euro.

Am Mittwoch hatte das Amtsgericht Frankfurt das Insolvenzverfahren über den Telekommunikationsanbieter eröffnet. Als Insolvenzverwalter wurde Betriebswirt Dirk Pfeil bestätigt, der sich bereits seit Wochen um die Rettung der Gesellschaft bemühte.

Mit dem Verkauf der einzig werthaltigen Firmenteile an den finnischen Telekom-Konzern Jippii (früher Saunalahti) konnte Pfeil die Gigabell AG zumindest vor der sofortigen Liquidation bewahren. Die Finnen haben sich allerdings nur die Rosinen herausgepickt.

Für Anlagen und Kundenadressen der Gigabell zahlen die Skandinavier zehn Millionen Mark. Auch die knapp 200 Beschäftigten wechseln zu Jippii. Lediglich die Telefon-Lizenzen und die Schulden von etwa 50 Millionen Mark bleiben bei Gigabell.

Während die Arbeitsplätze nach Einschätzung Pfeils damit gerettet sind, bleibt vom Unternehmen wahrscheinlich nur der "Firmenmantel" übrig. Ob Gigabell aber überhaupt noch einmal Geschäfte tätigen kann, sei derzeit nicht abschätzen, so der Insolvenzverwalter. (PC-WELT, 02.11.2000, dpa/ mp)

Gigabell wird ausgeschlachtet (PC-WELT Online, 31.10.2000)

Zukunft von Gigabell ungewiss (PC-WELT Online, 17.10.2000)

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