105778

Giesecke & Devrient stellt Gesundheitskarte auf der CeBIT vor

17.03.2007 | 15:26 Uhr |

Aus Sicht des Chipkartenherstellers Giesecke & Devrient könnte sich die elektronische Gesundheitskarte zum „Exportschlager“ entwickeln.

„Die Vorteile vor allem für den Patienten sind immens, außerdem hilft die Karte, die Kosten im Gesundheitswesen zu verringern“, bestätigte Wolfgang Kunz, Mitglied der Geschäftsführung bei Giesecke & Devrient, auf der Computermesse CeBIT in Hannover. “Die elektronische Gesundheitskarte ist ein Thema für viele Länder.“ Vor allem ein Erfolg der Karte in Deutschland würde dabei eine große Rolle spielen. Von der zweiten Jahreshälfte 2008 an soll die Karte schrittweise flächendeckend eingeführt werden.

In zwei Regionen Schleswig-Hosteins und Sachsens wird die Gesundheitskarte seit einigen Wochen getestet. Etwa 18 000 Karten seien derzeit daran beteiligt, bestätigte Kunz. „Die technischen Probleme sind gelöst.“ Nun komme es vor allem auf den Aufbau der Infrastruktur an. Viele Arztpraxen verfügen momentan noch nicht über die für die Benutzung der Karte notwendigen Geräte.

Vor dem Hintergrund des Datenschutzes müsse zudem noch entschieden werden, was alles auf der Karte gespeichert werden soll. Derzeit seien die Notfalldaten der Patienten auf der Gesundheitskarte vermerkt. Eine Art Zugangsschlüssel zu elektronischen Patientenakten soll später hinzukommen. Ende dieses Jahres sei dann ein „Massentest“ mit 100 000 Karten geplant.

Der Start der Gesundheitskarte war ursprünglich schon viel früher geplant, doch Streitigkeiten zwischen Kassen, Ärzten, Apothekern und der Politik verhinderten die zeitnahe Einführung. Die Ärzteorganisation NAV-Virchow-Bund hatte im Februar aufgrund der unkalkulierbaren Kostenentwicklung und der fehlenden Datensicherheit in den Testgebieten zu einem Boykott der elektronischen Gesundheitskarte aufgerufen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
105778