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Gewusst wie: so funktionieren LCOS-Beamer

29.05.2007 | 10:15 Uhr |

Äußerlich unterscheiden sich LCOS-Beamer nicht von den anderen Modellen. Welche besondere Technologie jedoch im Inneren werkelt, lesen Sie hier.

Äußerlich unterscheiden sich LCOS-Beamer nicht von den anderen Modellen. Namensgeber für den Beamertyp ist das Herzstück eines jeden Projektors, das bilderzeugende Element. Unter dem Produktnamen D-ILA werden LCOS-Module in Sharp-Projektoren eingesetzt. LCOS steht für Liquid Crystal on Silicon. Diese Projektorvariante arbeitet mit einem speziellen Chip, der eine Mischung aus LCD (liquid Crystal Display) und DLP (Digital Light Processor) darstellt. Wie bei DLP arbeitet das Verfahren reflexiv. Ein LCOS-Chip besteht aus nur drei geschichteten Bauteilen - einer Siliziumfolie mit einer dünnen Schicht Flüssigkristall und einer extrem dünnen Glasscheibe.

Während beim DLP-Beamer winzige bewegliche Spiegel das Licht entweder auf einen Absorber werfen oder durch die Optik auf die Leinwand projizieren, übernehmen bei LCOS Flüssigkristalle diese Steuerung. Je nach angelegter Spannung lassen diese das Licht entweder durch oder sperren den Lichtfluss. Das reflektierte Licht gelangt über eine Optik schließlich auf die Leinwand. Vorteil des LCOS-Verfahrens: es sind keine beweglichen Elemente notwendig - der Spiegel steht fest. Da die Flüssigkristalle zudem auf der Siliziumschicht angebracht sind, können die Steuerelemente (Schalt-Transistoren der einzelnen Pixel) darunter liegen ohne den Lichtfluss zu stören. Dadurch können die einzelnen Bildpunkte näher aneinander rücken, so dass der "Fliegengitter-Effekt", der sonst bei LCD-Projektoren auftritt deutlich gemindert ist. Nahezu 100 Prozent des eingestrahlten Lichtes wird somit reflektiert. Damit erreicht diese Beamervariante ein Kontrastverhältnis von rund 1.000 zu 1, was sonst nur mit DLP-Projektoren möglich ist.

Allerdings reagieren die elektronischen Flüssigkristallschalter nicht so schnell wie bei einem DLP-Projektor. Deshalb muss auch beim LCOS-Beamer mit einem Nachzieh-Effekt gerechnet werden. Da aber das Bildelement sehr klein ist, hält auch dieser Effekt sich stark in Grenzen.

Für eine farbige Darstellung müssen drei LCOS-Module (RGB) zusammengeschaltet werden. Das Licht wird meist über so genannte dichroitische Filter aufgesplittet und den einzelnen Modulen zugeführt. Über die Projektionslinse werden die drei einfarbigen Bilder auf der Leinwand wieder zu einem Farbbild zusammengesetzt.

LCOS-Module vereinen die positiven Eigenschaften von DLP und LCD. Der größte Vorteil der LCOS-Module besteht aber in der recht günstigen Fertigung, die einer normalen Chip-Produktion gleicht. Wenn die Module erst einmal in großen Stückzahlen gebaut werden, lassen sich so hochwertige und vor allem günstige Beamer anbieten. (jh)

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