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Instant-Messaging am Arbeitsplatz erhöht die Produktivität

12.06.2008 | 13:05 Uhr |

Die Nutzung von Instant-Messaging-Diensten im Internet kann die Produktivität am Arbeitsplatz erhöhen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung von Forschern der Ohio State University und der University of California in Irvine.

Die Wissenschaftler widerlegen damit die bisher weit verbreitete Annahme, dass Instant Messaging (IM) während der Arbeitszeit eher als Störfaktor in punkto Schöpfertum wirkt und Angestellte von ihrer eigentlichen Aufgabe ablenkt. Den Studienergebnissen zufolge ist genau das Gegenteil der Fall. Arbeitskräfte, die IM-Dienste nutzen, werden demnach wesentlich weniger oft in ihrer Arbeitstätigkeit unterbrochen als andere Kollegen. Erklärbar wird dieser Umstand dadurch, dass IM in der Regel andere Kommunikationsformen wie Telefone oder E-Mails ersetzt. Durch den Gebrauch von IM-Technologien würde die für eine kommunikative Verständigung notwendige Zeitdauer reduziert und somit hätten deren Nutzer wieder mehr Zeit, sich auf ihre eigentlichen Aufgaben zu konzentrieren, heißt es in dem Forschungsbericht.

"Bislang war man davon überzeugt, dass IM die Produktivität am Arbeitsplatz wesentlich einschränkt, da es Gedanken- und Arbeitsprozesse unterbricht und im Endeffekt dazu führt, dass Leute länger brauchen, um eine bestimmte Aufgabe zu erledigen", erklärt Kelly Garrett, Studienautor und Professor für Kommunikation an der Ohio State University . Derartige Befürchtungen würden durch die aktuellen Untersuchungsergebnisse eindeutig widerlegt. "Wir haben herausgefunden, dass der Effekt von IM auf die Produktivität positiv ist. Arbeitskräfte, die solche Dienste nutzen, fühlen sich weniger oft in ihren Aufgaben unterbrochen als andere", stellt Garrett fest.

Ausschlaggebend hierfür sei die Tatsache, dass IM nicht wie bisher vermutet als Ergänzung zu anderen Kommunikationsformen zum Einsatz kommt, sondern diese großteils ablöst. Die mittels IM geführten Gespräche seien Garrett zufolge wesentlich schneller abwickelbar als etwa solche, die über ein Telefon geführt werden. "Es ist in der Regel nicht so, dass Angestellte über IM in ausschweifende Gespräche involviert werden oder versuchen, komplexe Problemstellungen zu lösen. Dafür ist das Medium zu eingeschränkt", schildert Garrett. Im Gegenteil, die IM-Technologie werde zumeist dazu verwendet, um schnelle Antworten von Kollegen zu erhalten und um ausführlichere Gespräche auf einen günstigeren Zeitpunkt zu verschieben.

Rund 30 Prozent der insgesamt 912 befragten Vollzeit-Arbeitskräfte gaben zudem an, IM nicht für private, sondern hauptsächlich für geschäftliche Zwecke zu nutzen. Zentrales Anliegen war dabei in erster Linie "die Aufrechterhaltung des Kontakts zu Arbeitskollegen und Klienten". "Wir haben herausgefunden, dass Angestellte in punkto IM-Nutzung sehr strategisch denken. Sie verwenden die Technologie beispielsweise oft dazu, um schon vorab zu klären, ob ihre Arbeitskollegen gerade Zeit für eine Unterredung haben. Durch eine kurze, schnelle Antwort werden so oft längere Arbeitsunterbrechungen verhindert", erläutert Garrett. (pte)

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