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Gewaltiger Meteoroiden-Schauer zu bestaunen: Perseiden über Deutschland

12.08.2015 | 14:49 Uhr |

In der Nacht vom 12. auf den 13. August kreuzt die Erde die Bahn der Perseiden und sorgt damit für einen Meteoroiden-Schauer. Bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde sind dann zu bestaunen

Natürlich muss hier auch das Wetter mitspielen, allerdings sehen die Wetter-Vorhersagen sehr gut aus. Bei klarem Himmel wird sich das Schauspiel in diesem Jahr besonders lohnen. Den durch die momentane Neumond-Phase wird es nur wenig störendes Licht am Himmel geben. Ab Mitternacht kann man sich zurücklehnen und die Sternschnuppen bestaunen. Am meisten wird es wohl zwischen zwei und vier Uhr Nachts zu sehen geben, spätestens zur Morgendämmerung geht das Schauspiel zu Ende.

Gigantische Staubspur im Sonnensystem

Verursacher des Meteoroiden-Schauers ist der Komet 109P oder auch Swift-Tuttle genannt. Er besteht zum Großteil aus Eis und Staub. Seine Umlaufbahn verläuft exzentrisch um die Sonne, kommt er auf seinem Weg dieser jedoch zu nah, wird das Eis sofort gasförmig und der im Eis enthaltene Staub wird freigesetzt. Somit hinterlässt Swift-Tuttle eine riesige Staubspur. Einmal im Jahr kreuzt unsere Erde diese Staubspur. Die hinterlassenen Partikel bewegen sich ungefähr genauso schnell wie die Erde, 30 Kilometer pro Sekunde, aufeinander zu.

Astronomisches Schauspiel

Die Staub-Partikel haben Größen von einem Millimeter bis zu zehn Zentimetern. Durch die bei Erdeintritt entstehende Reibung erhitzen die Teilchen und verglühen, umgebende Luftmoleküle entlang Ihrer Flugbahn werden durch die enorme Hitze zum Leuchten gebracht – eine Sternschnuppe entsteht am Himmel. Das Schauspiel ist für Mensch und Tier absolut sicher; die Meteoroiden verglühen vollständig, andernfalls würde man von Meteoriten sprechen.

Tränen des Laurentius

Da das Schauspiel jährlich zu beobachten ist und sich beinahe mit dem Fest des Märtyrers Laurentius am 10. August überschneidet, werden die Perseiden im Volksmund auch gerne mal „Laurentiustränen oder „Tränen des Laurentius“ genannt. Laurentius soll im Jahr 258 vom römischen Kaiser Valerian, da er den geforderten Kirchenschatz nicht dem Kaiser übergeben hat, zu Tode gefoltert worden sein. Seine letzten Worte waren: „Du armer Mensch, mir ist dieses Feuer eine Kühle, dir aber bringt es ewige Pein“.

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„Laurentius von Rom“ starb als Märtyrer und wird von mehreren christlichen Kirchen als Heiliger verehrt.
Die Sternschnuppen der Perseiden wären somit die „Tränen des Laurentius“.

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