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John McAfee ermittelt als betrunkener Deutscher

19.11.2012 | 13:45 Uhr |

Tampon in der Nase, Zähne gefärbt, Küsse mit einer 20jährigen – in seinem Blog berichtet der Gesuchte, wie er sich immer wieder vor der Polizei versteckt.

John McAfee, Gründer von McAfee, wohnt in Belize in Zentralamerika. Als sein Nachbar ermordet wird und die Polizei vor seiner Tür steht, vergräbt sich John McAfee panisch im Sand und flieht anschließend. McAfee glaubt, die Polizisten seien gekommen, um ihn zu töten. Um seine Sicht der Dinge zu schildern, hat er nun einen Blog aufgesetzt. Mit der Berichterstattung der Presse ist der Verfolgte jedenfalls nicht zufrieden, wie er in der Einleitung seines Blogs klarstellt. Der Presse gehe es nur um Sensationen, schreibt er und kritisiert vor allem zwei Redakteure von Gizmodo und Wired.
 
In den folgenden Beiträgen beschreibt der 67jährige John McAfee wie ihm die 20jährige Samantha bei seiner Flucht hilft. So wasche sie nicht nur seine Wäsche und lenke ihn mit witzigen Anekdoten aus ihrer Familie ab, sondern küsse ihn auch so leidenschaftlich in der Öffentlichkeit, dass sich Beobachter beschämt abwenden und so auch McAfees Identität nicht erkennen würden. McAfee veröffentlicht in seinem Blog auch ein Bild von Samantha, auf welchem sie nicht nur gut zu erkennen ist. Außerdem verraten die EXIF-Daten des Bildes einige Details wie die verwendete Kamera und das Aufnahmedatum. Darauf weist ihn ein Leser hin – McAfee antwortet einfach: „Ich war schon tagelang nicht mehr dort“.
 
Die ersten beiden Tage auf der Flucht, schreibt McAfee, seien er und Samantha weit von zuhause weg gewesen. Er habe NBC Television gesagt, dass er eine Belohnung von 25.000 US-Dollar auf den Mörder seines Nachbars aussetze und sei später wieder in sein Haus zurückgekehrt. Dort habe er seinen Vollbart und sein Haar hellgrau gefärbt. Seine Gesichtsfarbe habe er verdunkelt und dabei Schuhcreme verwendet. Auch seine Zähne habe er dunkler gefärbt, schreibt John McAfee wie für die Phantombild-Beschreibung der Polizei, die sicherlich mit liest. Außerdem habe er sich einen Tampon tief ins rechte Nasenloch geschoben, damit seine Nase anders aussieht. Dazu habe er sich schäbige Klamotten angezogen. McAfee schreibt weiter, dass er seine Verkleidung am Strand getestet und beinahe einem Reporter der Associated Press in gebrochenem Englisch eine geschnitzte Delphin-Figur verkauft habe. Dann habe er die Polizei beobachtet, wie sie seine vergifteten Hunde ausgegraben und geköpft habe. Er wundere sich darüber, denn für eine Autopsie sei es zu spät. An einem anderen Tag habe er sich als betrunkener deutscher Tourist ausgegeben und herum geschrien: „Leck mich um ausch!“ (sic!).
 
In einem weiteren Beitrag auf seinem Blog listet McAfee all seine Freunde und Bekannten auf, die von der Polizei wegen ihm Ärger bekommen hätten. Sein bester Freund Eddie säße im Gefängnis, obwohl sein einziges Verbrechen seine Freundschaft mit McAfee sei. Auch seinen letzten Taxi-Fahrer, seinen Bodyguard und seine Haushälterin schreibt er mit bedauernden Worten auf die Liste.
 
Gestern berichtete McAfee in seinem Blog, dass die Polizei ohne Durchsuchungsbefehl bei ihm eingebrochen sei. Das habe ihm Amy erzählt – das Mädchen, das schon bei  seiner Festnahme Mitte des Jahres wegen illegalen Waffenbesitzes bei ihm war.
 
In seinem derzeit letzten Beitrag beschreibt er was passiert, wenn er festgenommen wird. Für diesen Fall habe er genug für den Blog geschrieben, dass es ein Jahr lang Updates geben werde. Sein Administrator werde sich dann um den Blog kümmern.

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