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Geschwindigkeitsbegrenzung für Datenspeicher

23.04.2004 | 09:27 Uhr |

Bislang konnte man darauf bauen, dass Computersysteme immer schneller werden. Doch Wissenschaftler der Stanford University, des Moskauer Landau Instituts für Theoretische Physik und des Festplattenherstellers Seagate entdeckten nun, dass die Geschwindigkeit limitiert ist, mit der sich Daten auf magnetische Speichermedien schreiben lassen.

Bislang konnte man darauf bauen, dass Computersysteme immer schneller werden. Doch Wissenschaftler der Stanford University , des Moskauer L andau Instituts für Theoretische Physik und des Festplattenherstellers Seagate entdeckten nun, dass die Geschwindigkeit limitiert ist, mit der sich Daten auf magnetische Speichermedien schreiben lassen. Dies berichtet unsere Schwesterpublikation Computerwoche .

Vorerst besteht jedoch kein Anlass zur Sorge, denn demnach können Daten theoretisch 1000-mal schneller abgespeichert werden als das zurzeit möglich ist. Beim Abspeichern von Daten wird für jedes Bit ein kleiner Bereich auf dem Speichermedium magnetisiert. Je nach Polung repräsentierten diese Bereiche dann die Werte 0 und 1. Beim Überschreiben werden die Polungen über einen elektromagnetischen Impuls neu ausgerichtet. Je schneller der Impuls abgegeben wird, desto kürzer dauert der Speichervorgang.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Polung nicht zuverlässig funktioniert, wenn der Impuls zu kurz und zu intensiv abgegeben wird. Dann verteilen sich die Werte 0 und 1 chaotisch über den zu beschreibenden Festplattenbereich - mit der Folge, dass die zu speichernden Daten verloren gehen.

Dieses Verhalten zeigte sich bei der Abgabe von Impulsen mit nahezu Lichtgeschwindigkeit. Der Speichervorgang selbst dauerte nur 2,3 Picasekunden, schrieben die Forscher im Wissenschaftsmagazin " Nature ".

Experten zufolge lassen sich damit Speichertaktfrequenzen von mehreren 1000 Gigabyte realisieren. Fest stehe jedoch auch, dass für schnellere Speichermedien komplett neue Technologien entwickelt werden müssen, sagte Danilo Pescia von der ETH Zürich (Eidgenössische Technische Hochschule). Laut Mark Kryder, Chief Technology Officer und Senior Vice President of Research bei Seagate, haben die Forschungsergebnisse vorerst keine Auswirkungen auf Speicherentwicklungen. Neue Technologien als Ersatz magnetischen Speicherns seien zurzeit nicht geplant.

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