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Ace Combat 6 - Fires of Liberation

11.12.2007 | 11:45 Uhr |

Ace Combat 6: Fires of Liberation für die Xbox 360 ist nicht gerade dass, was man eine reinrassige Flugsimulation nennen würde. Doch das ist auch gut so, denn dieser Titel ist einsteigerfreundlich, bietet grafisch teils einiges und ist in eine interessante Rahmengeschichte gebettet.

Die Ace-Combat-Serie gehört zu den erfolgreichsten Flugzeug-Arcade-Titeln. Die Vorgänger wurden bereits millionenfach verkauft, nun folgt mit Ace Combat 6: Fires of Liberation für die Xbox 360 der neue Teil. Kurz zur Hintergrundgeschichte: Im Jahr 1999 stürzte ein Asteroid auf die Erde und zerstörte weite Teile von "Estovakia", das Nachbarland "Emmeria" hingegen blieb verschont. In der Folge brach die Wirtschaft von "Estovakia" zusammen, was schließlich in einem Bürgerkrieg mündete. "Emmeria" hingegen entwickelte sich prächtig, was dem Nachbarn schon von Beginn an ein Dorn im Auge war. 26 Jahre später: Estovakia überfällt Emmeria, Ihre Aufgabe ist es nun mit Ihrem Kampfflieger die Eindringlinge zurückzuschlagen.

Wer nun einen reinrassigen Flugzeugsimulator erwartet, wird enttäuscht: Ace Combat 6 ist eher arcadelastig und auch Einsteiger finden sich schnell zurecht. Wer mag, kann einige der Spielhilfen abschalten, sodass die Steuerung des stählernen Kolosses ein wenig anspruchsvoller wird. Was Ace Combat 6 angenehm von sonstigen Kriegs-Flugsimulationen abhebt, ist die Art wie die Geschichte vorangetrieben wird. Hierbei kommen typische, japanische Stilelemente zum Tragen. Zwischen den einzelnen Missionen begleiten Sie so beispielsweise eine emmerianische Mutter auf der Suche nach ihrer Tochter, die in den Wirren der ersten Kampfhandlungen verloren gegangen ist, lernen aber auch die andere Seite kennen, in Form eines Spions aus Estovakia, der früher selbst Pilot war. Das übliche Korsett Missions-Briefing - Mission - Missions-Briefing - Mission ähnlicher Titel wird so elegant aufgebrochen.

Vor einem Einsatz wählen Sie zunächst ihr Flugzeug aus. Steht zunächst nur ein Flieger im Hangar, gesellen sich später Modelle wie der F-22 Raptor, der F-15 E Strike Eagle oder der Tornado hinzu. Danach wählen Sie noch die Art der Bewaffnung (Luft-Boden, Luft-Luft, etc.) für sich und Ihren Wingman. Die ersten Missionen sind zwar noch nicht allzu abwechslungsreich, kämpft man sich durch diese Durststrecke hindurch, wird man mit anspruchsvolleren Settings belohnt.

Die Grafik des Titels ist teils beeindruckend. Von oben betrachtet sehen die Boden-Texturen fast schon fotorealistisch aus, je näher man der Erde jedoch wieder kommt, desto matschiger wird die Grafik. In der Regel werden Sie sich aber auf mehreren Tausend Meter Höhe befinden, sodass Sie in weiten Teilen in den Genuss wirklich schöner Landschaftsgrafiken kommen. Allerdings werden Sie im Spiel die meiste Zeit kaum Gelegenheit finden, die Grafik zu genießen, zu viel passiert auf dem Bildschirm. Hier gibt es auch ein kleines Manko: Teilweise wird die Angelegenheit zu hektisch und unübersichtlich, was vor allem in späteren Leveln schnell zum Abschuss führen kann.

Während eines Kampfeinsatzes ist immer irgendwo etwas los. Kampfhandlungen finden dabei sowohl in der Luft als auch am Boden statt, teils finden auf einer Karte parallel bis zu sechs Schlachten (am Boden, zu wasser und in der Luft) statt. Beim Missions-Briefing haben Sie in solchen Fällen die Wahl, bei welcher Schlacht sie beginnen wollen, parallel müssen Sie aber auch den Verlauf der anderen Auseinandersetzungen im Auge behalten, um eventuell eingreifen zu können.

Neben der Einzelspielerkampagne stehen auch diverse Modi für Online-Partien per Xbox Live bereit, dazu gehören etwa Deathmatch, Team Deathmatch oder Coop. Bis zu 16 Spieler können dabei gleichzeitig gegeneinander antreten.

Fazit: Wer auf der Suche nach einer leicht zu erlernenden, aber im Spielverlauf nur schwer zu meisternden Action-Flugsimulation ist, wird bei Ace Combat 6 fündig. Zwar geht der bemüht "neutrale" Ansatz ein wenig auf den Geist (wer wird wohl mit "Emmeria" und "Estovakia" gemeint sein??), dafür wird der Spieler mit kurzweiliger Action mit teils beeindruckender Grafik und knackigem Sound belohnt.

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