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Einzelhändler bauen aufs Internet

18.04.2008 | 13:45 Uhr |

Eine steife Brise bekommt der Einzelhandel aus Richtung des Webs zu spüren. Radikale Umbaumaßnahmen sind die Folge.

Immer mehr Kunden sparen sich den Weg zum Fachgeschäft in ihrer Nähe und bestellen ihre Waren im Internet. Nach einer Berechnung des Centre for Retail Research für Visa Europe wollen 70 Prozent der europäischen Einzelhandelsketten in den nächsten Jahren neue Geschäftmodelle einführen, um mit dem Trend zum Internetgeschäft mitzuhalten. In den Jahren 2012 bis 2015 werden rund 20 Prozent aller Einzelhandelsumsätze auf Internet-Transaktionen entfallen, so die Studie. Kunden würden Waren zunehmend online bestellen und diese im Geschäft abholen. Knapp 30 Prozent der europäischen Handelsketten rechnen bis 2012 mit einer Verringerung ihrer Filialanzahl. Zudem werden den Kunden in den Geschäften mehr Computer und Internetzugänge zur Verfügung gestellt.

Vorreiter bei diesen Entwicklungen sind England und die Niederlande. Das Internet wird zudem neben der reinen Vertriebsschiene verstärkt als Informationsdienst genutzt. So wird prognostiziert, dass in den Jahren 2012 bis 2015 bereits 71 Prozent der Kunden vor dem Einkauf das Internet zur Produktrecherche heranziehen werden. Allein im vergangenen Jahr haben laut Bitkom rund 23 Prozent aller Konsumenten in der Europäischen Union bereits Einkäufe im Internet getätigt. In Großbritannien war der Anteil mit 44 Prozent am höchsten, in Deutschland waren es 41 Prozent.

Der zunehmende Einsatz von PCs und Internetzugängen in den Geschäften soll Kunden darüber hinaus die Möglichkeit bieten, direkt vor Ort auf Produktinformationen und Kundenrezensionen zuzugreifen. Fast die Hälfte der Händler will ihren Kunden bis 2015 demnach elektronische Kioske oder interaktive Computer in ihren Einzelhandelsfilialen anbieten. Auch die Kundenautomation, die etwa Selbstbedienung und automatische Zahlungen umfasst, wird in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen. Schon heute halten diese knapp die Hälfte der Handelsketten für wichtig bis sehr wichtig. 22 Prozent wollen in Zukunft auch Self-Scanning-Technologien einsetzen, etwa um mittels RFID-Lösungen das Lagermanagement zu vereinfachen. (pte)

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