141203

Gescannte Schiffe und Riesendisplays - die CeBIT zum Staunen

Die weltweit größte Computer- und Technikmesse CeBIT (noch bis 16. März) ist keine bierernste Verkaufsveranstaltung. Sie bietet den Besucher reichlich Gelegenheit zum Staunen und zum Schmunzeln. Da gibt es zum Beispiel ein Telefon im Telefon, den größten Plasma-Bildschirm der Welt und eine Software, die die Steuerung eines vernetzten Haushaltes zum Kinderspiel machen soll.

Einen Weltrekord haben die Mitarbeiter der Firma Alpha Com aus Hamburg auf der CeBIT aufgestellt: Sie scannten ein 29,13 Meter langes und 91,4 Zentimeter breites Papier auf dem überdimensionale Bilder sowie Baupläne des Kreuzfahrtschiffs "Jewel of the seas" zu sehen waren. Etwas länger als neun Minuten hat die Aktion gedauert - und im Computer lag eine Datei mit 2,57 Gigabyte Umfang. So ein Scanner ist natürliches nichts für einfache Verbraucher - schon wegen des Anschaffungspreises von rund 14.000 Euro. In der Praxis wird so ein Gerät verwendet, um etwa Baupläne von Architekten einzuscannen, erklärt Marcus van Leeuwen, Kaufmännischer Leiter bei Alpha Com.

Das schwedische Unternehmen myDOQ Technologies AB zeigt auf seinem Messestand ein Telefon im Telefon: "myDOQ station" sieht fast aus wie ein normales Telefon, wie man es vom Schreibtisch her kennt. Tatsächlich ist es eine Dockingstation für Mobiltelefone. Ist der Handybesitzer gerade nicht unterwegs, sondern im Büro, legt er sein Mobiles in die "myDOQ station" - etwa dorthin, wo andere Telefone ihre Anzeige haben. Bekommt der Nutzer einen Anruf aufs Handy, greift er zum Hörer - mit Schnur - der Dockingstation. Das Gerät unterstützt bisher Handys von Sony Ericsson und Nokia, Modelle anderer Hersteller sollen folgen.

Bereits durchschnittliche Haushalte sind vollgestopft mit Elektronik. Und es werden immer mehr Geräte, unter denen auch die Vernetzung zunimmt. Damit der Verbraucher nicht den Überblick verliert, hat die Fraunhofer Gesellschaft den digitalen Assistenten "PECo" entwickelt. Peco steht für Personal Environment Controller. Die Entwickler nahmen sich den Konferenzraum des Darmstädter Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung vor, der vor Technik nur so strotzt: Bisher waren speziell ausgebildete Techniker nötig, um den High-Tech-Tagungsraum zu steuern. Jetzt genügt ein Handheld, ausgerüstet mit der Peco-Software.

Die Fernsteuerung funktioniert nicht nur im Tagungsraum selbst, sondern via WLAN auch über größere Entfernungen. Auf der Messe zeigen die Forscher, wie sich durch Antippen des PDAs zum Beispiel Beleuchtung oder Beamer im Darmstädter Tagungsraum bedienen lassen. Peco ist nach Angaben der Experten aber nicht nur für den Geschäftsbereich geeignet, sondern auch für die Steuerung intelligenter Haustechnik. Auf das Wälzen dicker Handbücher sollen Peco-Nutzer verzichten können. "PECo ist durch die 3D-Darstellung der Umgebung immer intuitiv zu verstehen", erklärt Ingenieur Ali Nazari Shirehjini.

0 Kommentare zu diesem Artikel
141203