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Gerücht: Siemens will Com vollständig verkaufen

Im vergangenen Jahr verkaufte Siemens seine Mobilfunksparte an den taiwanischen Hersteller BenQ, nun soll auch der Rest von Com veräußert werden.

Nachdem Klaus Kleinfeld, Vorstandsvorsitzender von Siemens, bei seinem Amtsantritt bereits die defizitäre Handyssparte aus dem Geschäftsbereich Com (Kommunikation) herauslöste und an den taiwanischen Konzern BenQ 'verschenkte', will er Berichten der Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung zufolge nun auch den gesamten Bereicht verkaufen. Kleinfeld hatte für alle Geschäftssegmente eine strikte Marge vorgegeben, welche von Com bisher nicht erfüllen werden konnte. Siemens soll bereits Verhandlungen mit dem US-Kommunikationskonzern Motorola führen.

Bei Siemens Communications sind rund 55.000 Mitarbeiter beschäftigt, der Umsatz beläuft sich auf 13 Milliarden Euro. Motorola hatte in der Vergangenheit wiederholt Interesse an dem Teilbereich 'Mobilfunknetze' gezeigt, der jedoch nur in Verbindung mit dem restlichen Geschäft von Com zu haben sein wird. Kleinfeld dürfte mit einem Verkauf viele Analysten zufrieden stellen, die schon seit längerer Zeit einen Verkauf der Sparte fordern.

Problematisch an diesem Shareholder-Value-Management dürften jedoch die damit verlorengehenden Perspektiven sein. Siemens, einer der größten Infrastrukturanbieter, würde somit auf dem Markt der Kommunikation, der zur Zeit einen der wichtigsten Wachstumsmärkte darstellt, keine Kompetenzen mehr besitzen. Da sich offizielle Stellen zu den Verhandlungen bisher noch nicht äußerten, dürfte man erst nach der Aufsichtsratssitzung am 26. April Näheres zu den geplanten Aktivitäten mit Com erfahren.

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