166494

Partnerschaft von Nokia und Siemens am Ende?

Nach dem Rückzug von Siemens-Chef Peter Löscher aus dem Aufsichtsrat von Nokia-Siemens Networks kommen Gerüchte über ein vorzeitiges Ende der Partnerschaft zwischen Nokia und Siemens auf. Auslöser waren die Äußerungen Löschers, künftig nicht zum Kerngeschäft gehörende Unternehmen abstoßen zu wollen. Ein frühzeitiger Verkauf ist jedoch unwahrscheinlich, da die vertragliche Bindung bis 2013 läuft.

Analysten deuten den Rückzug von Siemens-Chef Peter Löscher aus dem Aufsichtsrat von Nokia-Siemens Networks (NSN) als erstes Anzeichen für einen Rückzug von Siemens aus dem finnisch-deutschen Gemeinschaftsunternehmen. Auch eine Äußerung seitens der IG-Metall, nach der Siemens seine Aktienanteile von 50 Prozent veräußern wolle, treibt die Gerüchte voran. Dem gegenüber äußerte sich Nokias Finanz-Chef Rick Simonson kürzlich noch positiv und sprach von beidseitiger Zufriedenheit innerhalb der Partnerschaft.

Derzeit besteht das Hauptgeschäft von Siemens aus den drei Säulen Medizintechnik, Energie und Industrie sowie Infrastruktur. Darauf wolle man sich auch in Zukunft verstärkt konzentrieren, so Löscher. In dem Zusammenhang äußerte er sich kritisch über NSN, dessen Geschäftsfeld zu den restlichen 20 Prozent gehört und somit potenziell zum Verkauf steht: "Wenn ich über Nokia Siemens Networks nachdenke, sind wir absolut nicht zufrieden mit der Performance", so der Manager. Neben NSN stehen in den Überlegungen zur Neustrukturierung auch weitere Gemeinschaftsunternehmen wie Bosch und Siemens Hausgeräte sowie Fujitsu Siemens Computers zur Diskussion. Bereits im Juli hatte Löscher kurz nach dem Verkauf des Autozulieferers Siemens VDO an Continental mitgeteilt, man werde Siemens "fokussierter, weniger komplex und schneller machen".

Laut einer Studie der US-Investmentbank JP Morgan könnte durch einen Rückzug von Siemens aus NSN ein Erlös von bis zu 7 Mrd. Euro freigestellt werden. Konzernbeobachter vermuten, Löscher wolle das Geld nutzen, um nach den jüngsten Schmiergeldaffären den Siemenskonzern stärker zu zentralisieren. Ein einfacher und verlustfreier Rückzug aus dem Joint Venture wäre allerdings nur mit dem Einverständnis von Nokia möglich, andernfalls könnte Siemens ein Ausstieg teuer zu stehen kommen. Die vertragliche Bindung besteht offiziell bis 2013. Endgültige Sicherheit soll es laut Löscher erst auf der Aufsichtsratssitzung am 28. November geben.

powered by AreaMobile

0 Kommentare zu diesem Artikel
166494