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Gerücht: Börsenkrise ermöglicht Microsoft die Übernahme von RIM

Fallende Börsenkurse sind immer auch eine gute Gelegenheit für Schnäppchen. Die aktuelle Finanzkrise hat die Aktien des Blackberry-Herstellers Research In Motion (RIM) so weit nach unten gedrückt, dass Spekulationen über seine Zukunft aufkommen. Microsoft war schon öfter an einer Übernahme von RIM interessiert und könnte durch den niedrigen Börsenkurs jetzt zuschlagen, sagen Experten.

Die Krise an den Geldmärkten zieht nicht nur Finanzspekulanten an, sie verursacht auch Spekulationen über die Zukunft von Hightech-Unternehmen. Das Gerücht von heute: Microsoft möchte den Blackberry-Hersteller Research In Motion (RIM) übernehmen. Das behauptet zumindest die kanadische Broker-Firma Canaccord. "RIM würde strategisch sehr gut passen", sagte ihr Analyst Peter Misek zu der Nachrichtenagentur Reuters . "Ich bin ziemlich sicher, dass Microsoft ein Kaufangebot zu 50 Dollar pro Aktie abgegeben hat." Der Börsenkurs von RIM müsste also nur noch ein wenig fallen, bis Microsoft zuschlagen kann.

Vor vier Monaten stand der Kurs an der Technologiebörse Nasdaq noch bei 148 Dollar, aber durch die Finanzkrise und sinkende Gewinnmargen ist er auf 60 Dollar gefallen, und die Börsen befinden sich seit Tagen im freien Fall. Im Szenario von Canaccord müsste RIM auf 40 Dollar absinken, damit Microsoft die Firma an sich reißen kann, indem sie den Aktionären 10 Dollar mehr bieten. Viele RIM-Investoren würden auf so ein Angebot gern eingehen, zitiert Reuters einen Experten. Insgesamt würde der Blackberry-Hersteller damit 28 Milliarden Dollar kosten, die Microsoft aus seiner gut gefüllten Kriegskasse bezahlen kann. 23,6 Milliarden Dollar stehen in bar zur Verfügung und der Rest könnte in Aktien bezahlt werden.

Mit diesem Geschäft könnte Microsoft sich wieder einmal an die Spitze einer ganzen Branche katapultieren. Das ist schon öfter gelungen, indem sie Produkte wie Hotmail, Powerpoint oder Navision einfach hinzukauften, die heute den Kern des Unternehmens bilden. Microsofts eigenes Smartphone-Betriebssystem, Windows Mobile, krebst nach Berechnungen von Gartner bei einem Marktanteil von 12 Prozent herum, während Blackberry auf 17,4 Prozent kommt und Nokias Symbian OS sogar auf 57,1 Prozent. Durch neue Marktteilnehmer wie das iPhone oder Googles Betriebssystem Android gerät Windows Mobile weiter unter Druck. Gerüchte über eine bevorstehende Übernahme von RIM gab es schon oft. Microsoft bekäme dadurch Zugriff auf die 20 Millionen Blackberry-Nutzer weltweit, deren E-Mails und andere Datenübertragungen alle über die Server von RIM laufen.

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