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Gericht verurteilt Redtube-Abmahner

11.04.2014 | 18:09 Uhr |

Das Amtsgericht Potsdam sieht die Abmahnungen gegen Redtube-Nutzer als unrechtmäßig an. Die Kosten des Verfahrens wurden der The Archive AG übertragen.

Die fragwürdigen Redtube-Abmahnungen haben zahlreiche Betroffene dazu veranlasst, gegen die zuständige Kanzlei Urmann und Collegen eine Klage einzureichen. Diese hatte im Dezember Nutzer der Porno-Streaming-Webseite abgemahnt, nun wurde dieses Vorhaben für die Kanzlei zum Bumerang.

Das Amtsgericht Potsdam hat ein Versäumnisurteil gegen U+C sowie gegen die vertretene Schweizer Unternehmen The Archive verhängt. Dieses ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Die Frist des Verfahrens wurde mehrfach verschoben, dennoch erschienen weder Vertreter der Kanzlei noch des Mandaten The Archive vor Gericht. Dieses kam in der Verhandlung zu dem Schluss, dass die Abmahnungen unrechtmäßig erfolgt seien. Der Firma The Archive AG stünde damit kein Unterlassungsanspruch und auch kein Zahlungsanspruch zu. Die Kosten des Verfahrens wurden The Archive übertragen.

Ob die ursprünglich Beklagten ihre Anwalts- und Gerichtskosten tatsächlich erstattet bekommen, dies sieht die Rechtslage vor, wenn der Prozess zu Gunsten der Kläger ausgeht, bleibt dennoch fraglich. Bei The Archive handle es nur um eine Briefkastenfirma, die womöglich nicht zahlungsfähig ist.

Abmahnung: Redtube und Co. - Wo lauern die Rechtsfallen?

Am Amtsgericht Regensburg ist darüber hinaus noch ein Verfahren anhängig, in dem geklärt werden soll, ob Schadensersatzansprüche gegen die Abmahnkanzlei erhoben werden können.

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