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Gericht: Kein Schadensersatz wegen negativer Amazon-Bewertung

30.07.2014 | 15:33 Uhr |

Ein Händler verlangt nach einer negativen Amazon-Bewertung einen Schadensersatz von 70.000 Euro von seinem Kunden. Das Landgericht Augsburg hat nun eine erste Entscheidung in dem Fall getroffen. Aufatmen kann der Kunde aber nur vorerst.

Das Landgericht Augsburg hat am Mittwoch eine Klage eines Händlers über die Zahlung eines Schadensersatzes nach einer negativen Amazon-Bewertung abgewiesen. Das berichtet die Augsburger Allgemeine. Der betreffende Händler hatte von einem Kunden aus Großaitingen (Kreis Augsburg) einen Schadensersatz in Höhe von 70.000 Euro gefordert. Der Großaitinger war nach dem Kauf eines Produkts unzufrieden gewesen und hatte den Händler negativ bewertet.

Wirklich aufatmen kann der Beklagte allerdings nicht, denn das Landgericht wies die Klage nur aufgrund eines Formfehlers ab. Ob dem Händler ein Schadensersatz zusteht, wurde also gar nicht erst verhandelt. Der Richter versuchte immerhin den Fall noch mit einem Vergleich zu beenden, worauf sich aber offenbar beide Parteien nicht einigen konnten.

Der Streit flammte auf, nachdem der Beklagte im Juni 2013 ein Fliegenschutzgitter auf Amazon von dem Händler bestellte. Nach Darstellung des Mannes ließ sich das Gitter mit der beiliegenden Anleitung nicht richtig montieren. Am 3. Juli 2013 gab der Käufer dann schließlich auf Amazon eine negative Bewertung über den Händler ab. Der Händler gibt an, aufgrund der negativen Bewertung von Amazon gesperrt worden zu sein, wodurch ihm 50.000 Euro an Gewinn entgangen seien. Hinzu kämen dann noch Kosten für weitere Schäden und Anwaltskosten. Unterm Strich geht es um einen Streitwert von um die 70.000 Euro.

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