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Gericht verbietet Rückwärtssuche

21.11.2000 | 11:17 Uhr |

Das Oberlandesgericht Köln hat die Namens- und Adressensuche per Telefon-CD-ROM verboten. Wie die Behörde mitteilte, bestätigten die Richter eine entsprechende einstweilige Verfügung, die von der Deutschen Telekom gegen einen Software-Anbieter erwirkt worden war.

Das Oberlandesgericht Köln hat die Namens- und Adressensuche per Telefon-CD-ROM verboten. Wie die Behörde mitteilte, bestätigten die Richter eine entsprechende einstweilige Verfügung, die von der Deutschen Telekom gegen einen Software-Anbieter erwirkt worden war.

Durch die einstweilige Verfügung sollte ein Verbot des Vertriebes derartiger Produkte durch das beklagte Unternehmen erwirkt werden.

Das Unternehmen hatte ein Telefon-Programm angeboten, mit dessen Hilfe durch Eingabe einer Rufnummer die dazugehörigen persönlichen Daten eines Telefonteilnehmers ermittelt werden können. Die Telekom ist gesetzlich verpflichtet, Daten ihrer Teilnehmer anderen Anbietern zur Herstellung von Telefon-CDs zur Verfügung zu stellen.

Laut Richterspruch verstößt diese so genannte Rückwärtssuche nach Name und Anschrift gegen das Datenschutzgesetz (Az: 6 U 105/00). Die so genannte "Telekommunikationsdienstunternehmen-Datenschutzverordnung" ist in diesem Fall eindeutig. Sie besagt in Paragraph 11, Absatz 5: "Die Auskunftserteilung über Namen und andere Daten von Kunden, von denen nur die Rufnummer bekannt ist, ist unzulässig".

Auf Anfrage der PC-WELT bei der Telekom teilte uns der Pressesprecher Frank Domagalla mit, "dass selbst die private Nutzung solcher Programme nicht erlaubt ist - theoretisch." (PC-WELT, 21.11.2000, dpa/ mp)

Rufnummern zurückverfolgen (PC-WELT Online, 19.09.2000)

Rückwärtssuche für Telefon-CD (PC-WELT Online, 10.07.2000)

PowerInfo gecrackt (PC-WELT Online, 21.06.2000)

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