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Gericht stoppt falsche Anti-Spyware

04.07.2005 | 14:02 Uhr |

Die US-Handelsaufsicht hat den Verkauf einer Software stoppen lassen, die vorgibt vor Spyware zu schützen.

Die US-Handelsbehörde FTC (Federal Trade Commission) hat vor einem Bezirksgericht in Texas eine Art einstweiliger Verfügung erwirkt, die den weiteren Verkauf eines vorgeblichen Anti-Spyware-Programms unterbinden soll. In einem weiteren Schritt will die FTC erreichen, dass daraus eine permanente Anordnung wird.

Die Handelsbehörde wirft dem Hersteller Trustsoft vor, er verwende aggressive und betrügerische Marketing-Methoden beim Vertrieb seines Produkts "Spykiller". Trustsoft soll demnach über Vertriebspartner Werbe-Pop-ups erzeugt und unverlangt Mails verschickt haben, in denen fälschlich behauptet wird, man habe den PC des Empfängers gescannt und dabei Spyware entdeckt. Lädt sich der Anwender dann die derart beworbene, kostenlose Software herunter und führt damit einen "Scan" aus, meldet das Programm angebliche Spyware-Prozesse. Dabei soll es sich laut FTC jedoch um Virenscanner, Textverarbeitungsprogramme und andere harmlose Software handeln. Nach Abschluss des Scans soll der Benutzer für knapp 40 US-Dollar ein Programm zur Entfernung der angeblichen Spyware erwerben.

Außerdem wirft die FTC der Firma Trustsoft Verstöße gegen das amerikanische Anti-Spam-Gesetz ("CAN-SPAM Act") vor. Die versandten Mails seien nicht als Werbung gekennzeichnet, die Absenderangaben seien gefälscht, eine gültige Postadresse sei auch nicht angegeben und es fehle die Möglichkeit zum "Opt-out", also zum Austragen aus dem Mail-Verteiler. Die FTC will dem Hersteller gerichtlich untersagen lassen, weiterhin in dieser Weise zu werben. Ferner soll für die geprellten Kunden ein Anspruch auf Wiedergutmachung erwirkt werden.

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