Gericht

Megaupload-Nutzer wollen gegen Datenlöschung klagen

Dienstag den 31.01.2012 um 20:46 Uhr

von Michael Söldner

Die bevorstehende Vernichtung aller auf den von Megaupload gestellten Servern gesammelten Daten wird nicht von allen Nutzern toleriert.
Die US-amerikanischen Behörden sehen in den auf Megaupload gesammelten Daten eine generelle Verbreitung von Raubkopien und fordern daher eine baldige Löschung . Doch viele Nutzer haben auch private Dokumente bei dem kürzlich geschlossenen Dienst abgelegt, die ebenfalls verloren gehen würden. Entsprechend gibt es bereits rechtliche Bestrebungen, die Nutzerdaten noch mindestens zwei Wochen vorzuhalten, bis eine rechtliche Lösung mit den Behörden erarbeitet werden kann.

Die staatlichen Stellen sehen in der vorgetragenen Funktion von Megaupload als Datenspeicher lediglich eine Tarnung für den Download rechtlich geschützter Inhalte. Die Daten würden laut Nutzungsbedingungen generell nach drei Monaten gelöscht, entsprechend sei von einer Verwendung als Cloud-Dienst  nicht auszugehen.

Eine nachträgliche Kontrolle auf den Servern sei nicht mehr möglich, die Zugänge der Nutzer wurden mittlerweile gesperrt. Wer also private Fotos oder Textdokumente bei Megaupload hinterlegt hat, muss mit einer Löschung rechnen. Diese Vorgehensweise wird nicht von allen Nutzern toleriert, entsprechende Sammelklagen gegen das FBI seien bereits eingereicht worden. Noch ist jedoch nicht abzusehen, ob diese Forderungen von den Behörden berücksichtigt werden.

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Dienstag den 31.01.2012 um 20:46 Uhr

von Michael Söldner

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (4)
  • brzl 19:52 | 01.02.2012

    Wenn die Polizei einen Verbrecher verfolgt, und dabei einen unbeteiligten Passanten überfährt, wird er die Polizei auf Schadenersatz verklagen. Den Fall hatten wir vor einigen Jahren in Zürich. Ob die Polizei Regress auf den Verfolgten nehmen will, braucht den Geschädigten nicht zu kümmern.

    Der Fall hier ist ziemlich ähnlich. Unbeteiligte kommen durch das Vorgehen des FBI zu Schaden. Das FBI müsste den Besitzern legaler Dateien die Möglichkeit geben, die Daten runter zu laden. Versäumt das FBI, Unbeteiligte schadlos zu halten, wird sie in einem Rechtsstaat Schadenersatzpflichtig.

    ok ok , die USA sind nicht immer rechtsstaatlich korrekt, deshalb wird es noch spannend, wie die Geschichte endet.

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  • kalweit 12:59 | 01.02.2012

    Zitat: Cremer
    Einzig MegaUpload ist noch die Möglichkeit für eine Klage.


    Das ist die [U]einzige[/U] Möglichkeit.

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  • consulting 12:56 | 01.02.2012

    Weg damit!

    Weg mit dem Schrott!
    Megaupload war eindeutig eine fast ausschliesslich illegale Spielwiese.
    Rechte wurden missachtet und mit Füssen getreten.
    Der ganze Server war fast ausschliesslich Beihilfe zum Klauen.
    Wer da "sonstige Daten" geparkt hat, muss nicht ganz dicht sein.

    Für seriöses Parken nutzt man seriöse Parkplätze - die gibt es sogar kostenlos
    oder gegen sehr geringes Entgelt.

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  • Cremer 12:50 | 01.02.2012

    Die Nutzer bellen den falschen Baum an!

    Nicht das FBI ist vorrangig dafür verantwortlich, dass die Daten gelöscht werden.

    Das FBI hat alle Konten von Agent Smith gesperrt.

    Dadurch kann MegaUpload oder die Leute dahinter die Anbieter des Speicherplatzes nicht mehr bezahlen. Also gibt der Anbieter den angemieteten Speicher für zahlende Kunden frei, bzw., löscht die Daten, die den Speicher belegen, da ja keine Kohle mehr dafür reinkommt.

    Ich denke, auch die Anbieter des Speicherplatzes sind der falsche Baum. Die löschen nur, was nicht bezahlt wird.

    Einzig MegaUpload ist noch die Möglichkeit für eine Klage.

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