Gericht

Megaupload-Gründer Kim Schmitz wieder auf freiem Fuß

Mittwoch den 22.02.2012 um 10:29 Uhr

von Panagiotis Kolokythas

Kim Schmitz auf der Anklagebank
Vergrößern Kim Schmitz auf der Anklagebank
© IDGNews
Ein Gericht in Neuseeland hat die Freilassung vom Megaupload-Gründer Kim Schmitz auf Kaution genehmigt.
Ein Gericht in Neuseeland hat den Antrag vom Anwalt von Kim "Dotcom" Schmitz genehmigt, den Megaupload-Gründer auf Kaution frei zu lassen. Beim e rsten Versuch Ende Januar hatte das Gericht einen derartigen Antrag noch abgelehnt. Das Gericht in Neuseeland urteilte am Mittwoch, dass keine Fluchtgefahr im Falle von Kim "Dotcom" Schmitz drohe und er daher auf Kaution freigelassen werden könne. Damit widersprach das Gericht den Urteilen zweier anderer Richter, die eine Freilassung auf Kaution abgelehnt hatten

Kim Schmitz war im Januar im  Zusammenhang mit der Schließung von Megaupload während einer spektakulären und großangelegten Polizei-Aktion in seinem luxuriösen Anwesen in der Nähe von Auckland verhaftet vor. Kim Schmitz hatte sich in einen Panik-Raum verbarrikadiert, der von den Beamten zunächst unter Einsatz von Maschinen geöffnet werden musste.

Die USA wollen die Auslieferung von Schmitz erreichen und werfen ihm vor, mit Megaupload in Urheberrechtsverletzungen, Geldwäsche und kriminelle Geschäfte verwickelt gewesen zu sein. Dabei soll Megaupload über 175 Millionen US-Dollar eingenommen haben und für Schäden in Höhe von bis zu 500 Millionen US-Dollar gesorgt haben.

Angehörige des US-Justizministerium hatten vor Gericht in Neuseeland wiederholt gegen eine Freilassung von Kim Schmitz auf Kaution plädiert und darauf verwiesen, dass Schmitz womöglich Gelder in Sicherheit gebracht hat und mit seinem deutschen oder finnischen Pass jederzeit fliehen könne. Dem widersprach am Mittwoch nun der Richter, der es für unwahrscheinlich hält, dass Schmitz seine Frau und drei Kinder verlassen könnte, um zu fliehen. Außerdem würde Schmitz im Falle einer Flucht alle seine Geldmittel auf Bankkonten in unterschiedlichen Ländern verlieren, die seit seiner Verhaftung eingefroren sind. Die Ermittler haben bisher 59 Bank- und Kreditkarten gefunden, die im Besitz von Schmitz unter Verwendung von 13 verschiedenen Namen waren. 21 Karten sollen noch weiterhin gültig sein. Neben dem Namen "Schmitz" nutzte Kim Schmitz auch die Namen "Kim Vestor" und "Kim Tim Jim Vestor".

Über eine mögliche Auslieferung von Kim Schmitz an die USA wird voraussichtlich nicht vor Juli in Neuseeland verhandelt.

Porträt: Megaupload-Gründer Kim Schmitz

Nachtrag: In der ersten Fassung des Artikels wurde der Schaden, den Megaupload angerichtet haben soll, mit 500 Milliarden US-Dollar beziffert. Das ist natürlich quatsch. Richtig sind 500 Millionen US-Dollar.



Mittwoch den 22.02.2012 um 10:29 Uhr

von Panagiotis Kolokythas

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (5)
  • deoroller 16:43 | 22.02.2012

    Man könnte auch mal zusammenrechnen, welcher Schaden durch die Verbrauchertipps hier im Forum entstehen. Es werden dadurch ständig Leute abgehalten, mehr Geld auszugeben als nötig. Das schadet der Wirtschaft. :madcat:

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  • Scasi 16:04 | 22.02.2012

    klar, aber in diesem Fall hätte der Trainee nur fehlerfrei von früheren Meldungen der selben Schreibstube abschreiben brauchen!

    und die Formulierung "in Höhe von bis zu" ist sowas von Humbug - liest sich wie "ich hab' keine Ahnung, aber es war mindestens jede Menge"

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  • Babu1940 15:32 | 22.02.2012

    Zitat: Scasi
    mei, der Artikel liest sich wieder mal gruselig, musste wohl die ganz heiße Nadel ran? das Sahnehäubchen:

    Die Zahlen im "Sahnehäubchen" sind m.E. kein Widerspruch! Warum soll nicht ein Unternehmen, das 175 Mio Umsatz machte, durch gesetzwidrige Handlungen bei anderen Personen/Unternehmen einen Schaden i.H.v. 500 Mrd verursachen!

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  • Scasi 14:36 | 22.02.2012

    mei, der Artikel liest sich wieder mal gruselig, musste wohl die ganz heiße Nadel ran? das Sahnehäubchen:

    Dabei soll Megaupload über 175 Millionen US-Dollar eingenommen haben und für Schäden in Höhe von bis zu 500 Milliarden US-Dollar gesorgt haben.
    Liebe Redaktion, gebt Euch doch endlich mal wieder ein bisschen Mühe!

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  • 2cando 13:43 | 22.02.2012

    Lasst den Mann gehen

    Lasst den Mann gehen; er hat viel Gutes fuer die Menschheit getan!
    Viele Politiker und Banker gehoeren in den Knast; die werden, maximal, mit riesigen Abfindungen und Renten, in den Ruhestand gesetzt!

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