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Gericht: Industrie darf Tauschbörsen verklagen

28.06.2005 | 09:18 Uhr |

In den USA mussten die Tauschbörsen-Betreiber Grokster und Streamcast eine herbe Niederlage einstecken. Nach einer Entscheidung des Obersten Gerichts sind die Anbieter von P2P-Software für etwaige illegale Handlungen der Anwender haftbar zu machen.

Ist das Ende der großen Tauschbörsen nahe? Zumindest ist die Industrie diesem Ziel einen gewaltigen Schritt näher gekommen, denn das Oberste Gericht in den USA hat am Montag entschieden, dass die Betreiber von Tauschbörsen für illegale Handlungen ihrer Anwender haftbar gemacht werden können. Diese Entscheidung im Fall Grokster gegen MGM ist ein gewaltiger Sieg für die Industrie. Über die eigentliche Klage muss nun ein untergeordnetes Gericht entscheiden.

Anwälte der MPAA und der RIAA vertraten vor Gericht den Standpunkt, dass die P2P-Software von Grokster und Streamcast (Morpheus) in erster Linie dafür erstellt wurde, Anwender zu ermuntern, urheberrechtlich geschützte Inhalte wie Musik oder Filme zu tauschen. Sie argumentierten, wenn die Anwender für dieses Verhalten haftbar gemacht werden können, dass dies auch für die Betreiber der Tauschbörsen gelten müsse.

Nach Ansicht der Verteidiger der Tauschbörsen würden nur noch wenige Technologiefirmen sicher sein, wenn sie für das Fehlverhalten der Nutzer ihrer Techniken verantwortlich gemacht werden können.

Das Gericht folgte dieser Argumentation nicht und gab den Klägern Recht. Tauschbörsen können in den USA also künftig verklagt werden. Über diese Klagen müssen dann untergeordnete Gerichte entscheiden.

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