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Gericht: Hautkrebs-Warn-App ist nutzlos

14.08.2015 | 14:02 Uhr |

Die Mole-Detective-Apps sollen das Hautkrebs-Risiko einschätzen können. Eine US-Behörde bezweifelte deren Wirksamkeit. Ein US-Gericht hat die Apps nun für nutzlos erklärt.

Die App-Familie Mole Detective (auf Deutsch: Muttermal/Leberfleck-Detektiv) soll vor Hautkrebs warnen. Die Mole Detective-Apps wurden für bis zu 4,99 Dollar für Apple iOS und Google Android verkauft.

Doch die US-Aufsichtsbehörde U.S. Federal Trade Commission hatte gegen die App-Macher Ermittlungen eingeleitet, weil es keine Beweise für die Wirksamkeit der App finden konnte. Die US-Behörde ermittelt deshalb wegen Falschbehauptungen – die bei einer App, vor Krebs warnen soll, besonders schwerwiegend sind.

Jetzt hat ein US-Gericht in der Klage der US-Behörde gegen den App-Verantwortlichen Avrom Lasarow und dessen Firma L Health entschieden. Das Gericht hat den App-Machern verboten, die Versprechen und Behauptungen über die Vorhersage-Möglichkeiten der App zu wiederholen.

Jessica Rich, Direktorin beim FTC-Büro für Verbraucherschutz: „Wir haben keinerlei wissenschaftlichen Beweis dafür gefunden, dass Mole Detective präzise das Hautkrebs-Risiko bewerten kann“. Und sie fährt fort: "Wenn Sie die Befürchtung haben, das eines Ihrer Muttermale gefährlich sein könnte, dann gehen Sie zu einem Arzt“.

Mole Detective funktioniert folgendermaßen: Der Benutzer fotografiert ein verdächtiges Muttermal mit seiner Smartphone-Kamera. Dann muss man noch einige weitere von der App abgefragte Informationen zum Muttermal beziehungsweise zum Leberfleck eingeben. Die App zeigt dann (angeblich) das vermutliche Hautkrebs-Risiko an: Niedrig, mittel oder hoch. Die Macher der App haben zudem behauptet, dass die App das Risiko bereits in einem sehr frühen Hautkrebsstadium erkennen könnte. Beweis für alle diese Behauptungen lieferte die Firma L Health jedoch nie.

Lasarow wird in der jetzt unterzeichneten Vereinbarung nicht nur untersagt, die Behauptungen zu wiederholen. Sondern Lasarow wurde auch eine Geldstrafe von 58.623,42 Dollar aufgebrummt. Die Bezahlung der Geldstrafe wurde aber erst einmal ausgesetzt, weil Lasarow zahlungsunfähig ist.

Lasarow hatte seine App mit der Aussage verteidigt, dass sie nur erzieherische Zwecke habe und keinesfalls einen Arztbesuch ersetzen solle.

Wichtig: Vertrauen Sie bei medizinischen Problemen und Fragen nie auf Antworten aus dem Internet – zum Beispiel aus Medizinforen - oder auf Apps. Sondern suchen Sie einen Arzt auf
 

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