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Geplante Gebühr auf Mails: Widerstand formiert sich

01.03.2006 | 12:51 Uhr |

Gegen die in den USA von einigen Unternehmen geplante Gebühr für Mails formiert sich Widerstand. In einem offenen Brief wird AOL aufgefordert, die Idee fallen zu lassen. Wer möchte, kann sich in die Liste online mit eintragen.

Gedankenspiele von Unternehmen wie AOL und Yahoo, künftig für den Versand von Mails Gebühren kassieren zu wollen, sorgen im Netz weiter für hitzige Diskussionen. Der geplante Obolus soll sich an Unternehmen richten, die massenhaft Mails verschicken. Als Gegenzug sollen die Mails als vertrauenswürdig behandelt werden und die Spam-Filter von AOL ungehindert passieren können.

Gegen diese "Mail-Steuer" formiert sich nun im Netz Widerstand in Form eines offenen Briefes an AOL. Darin werfen die Verantwortlichen dem Unternehmen vor, die Gebühr würde eine Zwei-Klassen-Gesellschaft zur Folge haben, in der diejenigen, die zahlen, sicher sein können, dass der Inhalt auch in AOL-Postfächern landet, während diejenigen, die nicht zahlen können oder wollen, sich bei jedem Newsletter-Versand fragen müssen, ob die Mails nicht irgendwo blockiert werden. Weiter heißt es, dass eine solche Gebühr das Internet als offenes System zum Informationsaustausch in Frage stellen würde.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass der eigentliche Hintergedanke einer solchen Gebühr, die Bekämpfung von Spam-Mails, wohl kaum erreicht werden würde. Zum einen könnten Spammer einfach die Menge der versandten Mails schlicht reduzieren und zum anderen könnten Spammer einfach die Gebühr bezahlen, was das System ad absurdum führen würde.

Ein weiterer Vorwurf aus dem offenen Brief: AOL ist nicht in der Lage, sein Mail-System derart anzupassen, dass Spam wirksam bekämpft wird. Mit der Einführung der "Mail-Steuer" würde das Unternehmen somit an diesen Unzulänglichkeiten auch noch verdienen.

Wer möchte, kann den offenen Brief hier lesen und virtuell unterschreiben (US-Postleitzahl nötig).

AOL und Yahoo: Versandkosten für Mails (PC-WELT Online, 06.02.2006)

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