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Geplant: Walkie-Talkie-Modus für Handys

18.02.2003 | 08:49 Uhr |

Ericsson, Nokia und Siemens haben sich zur Zusammenarbeit für einen Push-to-Talk-Service in GSM-Netzen mit GPRS-Datenübertragung entschlossen. Der Service stellt eine vordefinierte Verbindung per Knopfdruck her, ähnlich wie Walkie-Talkies.

Ericsson , Nokia und Siemens haben sich zur Zusammenarbeit für einen Push-to-Talk-Service in GSM-Netzen mit GPRS-Datenübertragung entschlossen. Der Service stellt eine vordefinierte Verbindung per Knopfdruck her, ähnlich wie Walkie-Talkies, berichtet unsere Schwesterpublikation "Tecchannel" .

Die drei Konkurrenten sind derzeit nach eigenen Angaben dabei, gemeinsame Spezifikationen festzulegen. In der zweiten Jahreshälfte könnten erste Testläufe beginnen, heißt es seitens der drei Unternehmen. Laut der gemeinsamen Erklärung sind die US-Provider AT&T Wireless und Cingular Wireless an dem Service interessiert. Einen vergleichbaren Service bietet Nextel Communications bereits lokal begrenzt an und ist dabei, ihn auf die USA auszudehnen. Die drei Konzerne funken nun mit ihrer Kooperation dazwischen.

Die Push-to-Talk-Technologie verbindet ein Handy per Knopfdruck und ohne Eingabe einer Telefonnummer mit Teilnehmern einer definierten Benutzergruppe. Die Sprachdaten werden als Datenpakete über die GPRS--Datenleitung übertragen. Die Teilnehmer erhalten für den Service eine IP-Adresse. Die Stimme des "Anrufers" soll - wie bei Walkie-Talkies - sofort zu hören sein. Allerdings arbeitet Push-To-talk - eine weitere Walkie-Talkie-Parallele im Halbduplex-Modus, das heißt nur jeweils ein Teilnehmer kann sprechen, der andere dann nur zuhören.

Analysten geben dem Service gewisse Chancen im Unternehmensbereich, weil sich dadurch schnell Nachrichten austauschen lassen, allerdings mit dem Makel der einseitigen Kommunikation behaftet. Im privaten Bereich dürfte es der Service schwer haben, glauben die Marktbeobachter. Schließlich stünden mit Handys auch ohne Push-To-Talk diverse Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung. Und der Bedarf an der direkten Erreichbarkeit sei im privaten Umfeld weniger ausgeprägt. Ob sich Familienmitglieder etwa in Freizeitparks tatsächlich via Push-to-Talk verständigen, wie die Betreiber glauben, sei dahingestellt.

Netzbetreiber, die den Service anbieten wollen, müssen ihre Netze upgraden, was jedoch ohne größeren Aufwand zu bewerkstelligen sei, heißt es von den drei Kooperationspartnern. Ein kommerzieller Start könnte Anfang 2004 erfolgen. Siemens und Ericsson wollen neben der nötigen Netztechnik auch Handys anbieten, die mit der Technologie ausgestattet sind. Bei Nokia steht das noch nicht fest.

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