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Schärfere Bilder für Google Earth

08.09.2008 | 12:44 Uhr |

Seit Samstagabend hat die Erde einen neuen Beobachter: Der Satellit GeoEye 1 wurde erfolgreich ins All gebracht. An Bord hat er Kamerasysteme mit der bislang höchsten Auflösung im zivilen Bereich.

GeoEye 1 wurde am Samstag um genau 20:50 Uhr MESZ ausgesetzt. Der Satellit kann Schwarzweiß-Bilder mit einer Auflösung von 41 Zentimetern liefern. Auf Farbbildern sollen Objekte ab einer Entfernung von 1,65 Metern erkennbar sein. Die Maße beziehen sich auf die Größe des kleinsten Objekts, das der Satellit aus seinem Orbit in 681 Kilometern Höhe erkennen kann.

Der Satellit wurde im Rahmen des Next-View-Programms der U.S. National Geospatial Agency gebaut, die sich die Kosten zur Entwicklung, zum Bau und zum Start neuer Satelliten mit privaten Firmen teilt. Für GeoEye 1 bekam das gleichnamige Satellitenunternehmen von der Agency 237 Millionen US-Dollar. Insgesamt kostete das Projekt 502 Millionen US-Dollar. Die Agency hat sich gegenüber GeoEye verpflichtet, mindestens für die ersten anderthalb Jahre Bildmaterial des Satelliten zu kaufen. Ein weiterer Abnehmer für die Bilder ist Google. Das Unternehmen will damit das Fotomaterial seiner Dienste Google Earth und Google Maps anreichern.

US-Bestimmungen sehen allerdings vor, dass Satellitenbilder für den kommerziellen Gebrauch lediglich eine Auflösung von 50 Zentimetern haben dürfen. GeoEye kann es zwar besser, aber selbst mit der gesetzlichen Einschränkung sind die Fotos doppelt so gut wie die höchstaufgelösten Bilder von GeoEyes Ikonos-Satellit.

Neben Ikonos betreibt das Unternehmen auch den Satelliten OrbView 2. OrbView 3 hatte im März mit technischen Problemen zu kämpfen und wurde außer Betrieb genommen.

Bevor die ersten GeoEye-1-Bilder verkauft werden, wird das Unternehmen den Satelliten nun erst einmal ausgiebig testen.

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