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General Motors droht mit Fabrikverlagerung aus Südkorea

10.04.2013 | 14:17 Uhr |

Die ständigen Drohungen des nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un bewegen auch die Auto-Industrie: Der zweitgrößte Automobil-Hersteller General Motors denkt darüber nach, seine bisher in Südkorea angesiedelten Fabriken zumindest teilweise zu verlagern. Das könnte aber auch ganz andere Gründe haben, als GM offiziell zugibt.

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un hält seit Wochen die Welt in Atem. Mit seinen immer weiter eskalierenden Drohungen hat er mittlerweile sogar seine treuesten Verbündeten, die Volksrepublik China und Russland, verärgert. Doch nicht nur die Politik kommt wegen Kim Jong Un außer Atem, auch für die Wirtschaft haben die ständigen Drohgebärden negative Folgen: Die Börsenkurse gehen nach unten, die Sonderwirtschaftszone Kaesong wurde dicht gemacht und General Motors denkt über eine Verlagerung seiner südkoreanischen Fabriken nach, wie Reuters und andere US-Medien berichten.

General Motors ist der zweitgrößte Automobil-Hersteller der Welt, hinter Toyota und vor Volkswagen. Das schwer angeschlagene Rüsselheimer Unternehmen Opel gehört General Motors seit den  späten 1920er Jahren. Der Weltkonzern GM hat an verschiedenen Standorten rund um den Globus Fabriken. Unter anderem auch in Südkorea.

Das könnte sich aber ändern. Denn GM denkt darüber nach, langfristig seine südkoreanischen Fabriken – oder Teile davon - in andere Länder zu verlagern. Derzeit unterhält General Motors in Südkorea fünf Fabriken Südkorea ist einer der wichtigsten Produktionsstandorte für GM. Vier von zehn Chevrolet-Modellen lässt GM dort fertigen.

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Die Verlagerung sei aber schwierig, wie General Motors betonte. GM mache derzeit zudem Pläne, wie man die Mitarbeiter schützen könnte, falls es zu einem Angriff käme.

Bei den südkoreanischen Gewerkschaften kam die Ankündigung von GM nicht gut an. Denn nun stehen die nächsten Gehaltsverhandlungen an, zudem soll über Umstrukturierungen verhandelt werden. Die Gewerkschaften sehen die Ankündigung von GM, die Fabriken wegen der unsicheren Lage ins Ausland verlagern zu wollen, denn auch eher als Drohung an ihre Adresse, um keine zu großen Gehaltserhöhungen zu fordern. GM hatte bereits vor der jüngsten Eskalation des Korea-Konfliktes mehrmals der Gewerkschaftsseite signalisiert, dass man mit den Produktionsbedingungen nicht mehr zufrieden sei. GM kritisiert, dass in Südkorea in den letzten zehn Jahren die Gehälter zu stark gestiegen seien. GM ist im Umgang mit seinen Mitarbeitern und Tochterfirmen nicht zimperlich, wie die Opel-Mitarbeiter in Bochum erfahren mussten – deren Werk wird im Jahr 2016 zu großen Teilen geschlossen.

Hyundai, Kia und GM

85 Prozent der in Südkorea hergestellten GM-Fahrzeuge werden exportiert. GM ist nach Hyundai (zu dem auch Kia gehört) der größte Auto-Hersteller in Südkorea. Der Hyundai-Konzern ist der fünftgrößte Automobil-Hersteller der Welt. Zuletzt mussten Hyundai und Kia aber weit über eine Million PKWs in den USA in die Werkstätten zurückrufen. Auch in Deutschland sind Fahrzeuge dieser beiden südkoreanischen Marken von dem Rückruf betroffen. Während Kia jedoch die konkret betroffenen Modelle bereits nennen konnte, herrscht bei Hyundai immer noch Schweigen.

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