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Gemischte Gefühle für Napster

14.02.2001 | 16:15 Uhr |

Die Musiker-Gemeinschaft zeigt sich in Bezug auf Napster gespalten. Die Einen befürworten eine harte Gangart gegenüber der Tauschbörse, andere wiederum sehen in Napster nicht schwindende Einnahmen, sondern einen idealen Weg, ihre Musik an unzählige Hörer zu verbreiten.

Die Musiker-Gemeinschaft zeigt sich in Bezug auf Napster gespalten. Die einen befürworten eine harte Gangart gegenüber der Tauschbörse, andere wiederum sehen in Napster nicht schwindende Einnahmen, sondern einen idealen Weg, ihre Musik an unzählige Hörer zu verbreiten. Unser Schwestermagazin "PC World" in den USA hat einige dieser kontroversen Stimmen gesammelt.

Nicht weiter verwunderlich ist die Einstellung der Rock-Band Metallica, die zu den ersten Bands gehörte, die gegen Napster vor Gericht zogen. "Die Entscheidung des Gerichts bestätigt, dass Napster falsch gehandelt hat, indem sie nicht nur Metallica-Songs, sondern auch die Titel andere Künstler, die kein Teil von Napster sein wollen, ohne ihr Einverständnis ausgenutzt haben", so die Rock-Band.

Die Gesichtspunkte der Napster-Fans und -Gegner unterscheiden sich in einem speziellen Punkt: Befürworter leben für ihre Arbeit, ihre Musik und möchten dass diese Arbeit Zugang zu einer möglichst großen Hörergemeinde findet. Die Gegner wiederum fürchten um ihre Einnahmen, da sie vermuten, dass durch Napster weniger CDs verkauft werden.

Einer der Napster Fans ist der Rapper Chuck D: "Ich denke die Tage der faulen Künstler sind vorüber"; und weiter "Ich denke, wir müssen uns den Respekt der Fans Schritt für Schritt wieder erarbeiten".

Billie Joe Armstrong von der Band "Green Day" denkt ebenfalls nicht an den Einnahmen-Verlust: "Ich möchte meine Musik verbreiten, das war immer meine oberste Priorität. Ich dachte nie daran, bezahlt zu werden. Ich wollte immer nur, dass Menschen meine Musik hören und sagen 'Hey, ich mag deinen Song'".

Die Gegner allerdings betrachten lieber ihr Bankkonto, verfügen allerdings auch über schlagkräftige Argumente, wie der umstrittene Rapper Eminem: "Wenn ich von neun bis fünf arbeite, erwarte ich einen Lohnscheck am Ende der Woche. Wenn ich mein Herz und meine gesamte Zeit in meine Musik stecke, erwarte ich, dafür belohnt zu werden. Und wenn du dir einen Computer leisten kannst, kannst du es dir auch leisten, 16 Dollar für meine ...CD zu zahlen."

Allerdings ist es schwierig, die Büchse der Pandorra, die das Internet und pfiffige Programmierer geöffnet haben, wieder zu verschließen. Selbst wenn Napster kostenpflichtig wird, gibt es noch eine große Anzahl anderer Tauschbörsen, die den Tausch illegaler MP3-Dateien ermöglichen. (PC-WELT, 14.02.2001, mp)

Napster: Neue Niederlage (PC-WELT Online, 13.02.2001)

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