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Gestörtes Verhältnis zum Backup

29.05.2009 | 15:28 Uhr |

Deutsche Anwender haben nach einer Umfrage ein widersprüchliches Verhältnis zu ihren gespeicherten Daten. Ein Verlust wichtiger Daten würde als schwerer Schlag empfunden, jedoch macht kaum jemand häufige Backups.

Der eigene Rechner wird von vielen Anwendern in Deutschland offenbar als Datentresor betrachtet. Sie speichern auf der Festplatte Fotos, Mails, Dokumente und persönliche Daten, etwa über Geldanlagen. Das Verhältnis zu ihren Daten ist für viele recht emotional und so wäre ein Verlust der Daten mehr als nur ärgerlich. Wenn es allerdings um das regelmäßige Anlegen von Backups geht, scheint die Liebe zu den Daten doch nicht so groß zu sein.

Das Sicherheitsunternehmen Symantec hat im Rahmen einer Studie über das Backup-Verhalten auch 1000 deutsche Anwender befragt. Sie sollten Auskunft geben, welche Daten sie auf der Festplatte ihres Rechners speichern, ob sie Backups anfertigen und ob sie bereits Datenverluste hinnehmen mussten.

Die größten Verlustängste bestehen bei Fotos - vier von fünf der Befragten haben angegeben, sie wären über den Verlust der Fotosammlung verzweifelt. Dahinter folgen die Ergebnisse eigener Arbeit wie Schulaufsätze oder Diplomarbeiten und Finanzdaten wie die Steuererklärung.

Tatsächlich scheinen Fotos ein gefährdeter Dateityp zu sein, denn bei fast der Hälfte derjenigen, die schon Datenverluste erlitten haben, hat es ihre Fotos getroffen. Die Daten sind ihren Besitzern nicht nur lieb sondern auch teuer: im Durchschnitt schätzen die Befragten die Kosten einer Wiederherstellung ihrer Daten auf etwa 208 Euro.

Immerhin 75 Prozent der Befragten haben angegeben gelegentlich wenigstens ein paar Daten zu sichern. Regelmäßige Backups scheinen jedoch immer noch zu kompliziert und zu aufwendig zu sein. Gerade einmal fünf Prozent machen tägliche Backups, 20 Prozent wöchentlich, 35 Prozent monatlich. Weitere 22 Prozent sichern quartalsweise, zehn Prozent zweimal im Jahr, acht Prozent nur einmal pro Jahr.

Als Sicherungsmedien kommen vorwiegend CDs und DVDs zum Einsatz, 67 Prozent setzen auf selbst gebrannte Silberscheiben. Externe Festplatten folgen mit 57 Prozent auf dem zweiten Platz, dahinter Flash-Speicher (USB-Sticks) mit 46 Prozent. Neun Prozent der Befragten sichern ihre Daten tatsächlich noch auf Disketten. Ein Online-Backup benutzen bislang nur sieben Prozent.

Doch wie sieht es mit der Wiederherstellung der Daten von den Sicherungsmedien aus? Etwa die Hälfte hat diese Prozedur als schwierig empfunden, zwei Drittel sind letztlich an der Aufgabe gescheitert. Offenbar sind die jeweils verwendeten Backup-Verfahren für die Betroffenen nicht geeignet - was nützt ein Backup, von dem man die Daten nicht wieder herstellen kann?

Ratgeber Online-Backup: So sichern Sie Ihre Daten im Internet

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