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Geiz ist doof: Rabatt-Flut bremst die Kauflust der Kunden

21.11.2003 | 13:28 Uhr |

Deutschlands Verbraucher sind es überdrüssig, im Labyrinth von Rabatten, Kundenkarten, Treueprämien und Sonderaktionen herumzuirren. Sie wollen ihre stabile Preislandschaft zurück: Zuverlässige Niedrigpreis-Anbieter, eindeutige Luxus-Shops und plausible Einordnungen im Mittelfeld. Das sagt zumindest eine aktuelle Marktforschungsstudie.

Deutschlands Verbraucher sind es überdrüssig, im Labyrinth von Rabatten, Kundenkarten, Treueprämien und Sonderaktionen herumzuirren. Sie wollen ihre stabile Preislandschaft zurück: Zuverlässige Niedrigpreis-Anbieter, eindeutige Luxus-Shops und plausible Einordnungen im Mittelfeld. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie des ifm-Marktforschungsinstituts in Köln, wie unsere Schwesterpublikation Computerpartner berichtet.

Auf Basis "tiefenpsychologischer Befragungen" habe man herausgefunden, dass Sonderangebote im Einzelfall zwar locken, die aktuelle Rabatt-Flut die Verbraucher aber zunehmend verunsichert. "Ein Rabatt kann dem Kunden nur dann das Gefühl vermitteln, dass er einen Überschuss erwirtschaftet hat, wenn ansonsten stabile Preisverhältnisse herrschen. In den heutigen Geiz-ist-geil-Zeiten sind Preismarkierungen jedoch ins Rutschen geraten", erklärt ifm-Analyst Daniel Salber.

Das Schnäppchen-Übermaß verstärke die Krisen-Stimmung sogar, weil sie dem Verbraucher die Pflicht zu ständigen Rechnereien aufbürde. Die Folge sei eine Kauf-Abstinenz, "weil man ja nie weiß, ob es ,um die Ecke' oder ,übermorgen' vielleicht noch billiger wird", so Salber. "Der Handel züchtet sich zur Zeit einen knurrigen, verstörten, misstrauisch abwägenden Kunden heran, dem die Lust am Konsum zunehmend verloren geht."

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