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Gehirnchip gefällig?

26.10.2000 | 15:35 Uhr |

Jeder fünfte Deutsche befürwortet die Verpflanzung eines Chips ins Gehirn, wenn sich die Hirnleistung dadurch verbessern ließe. Dies ist ein Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Deutschen Studienpreises durchführte.

Jeder fünfte Deutsche befürwortet die Verpflanzung eines Chips ins Gehirn, wenn sich die Hirnleistung dadurch verbessern ließe. Dies ist ein Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Deutschen Studienpreises durchführte.

In der Meinungsumfrage der Hamburger Körber-Stiftung ging es um das Thema Transplantationen und mit welchen Meinungen, Einstellungen oder Hoffnungen die Menschen neuen medizinischen Techniken gegenüberstehen.

Fast alle der befragten Personen befürworten Eingriffe, die bereits durchgeführt werden. Die Zustimmung zu Lungenverpflanzungen zum Beispiel liegt bei 80 Prozent. Zögerlicher werden hingegen Eingriffe beurteilt, die noch utopisch klingen: Doch immerhin 37 Prozent würden einer Gebärmutterverpflanzung zustimmen und 26 Prozent der Übertragung von einzelnen Gehirnzellen.

Interessant wird die Untersuchung bei der Frage, ob Menschen bereit wären, sich Computerchips direkt in das Gehirn einpflanzen zu lassen. Immerhin 21 Prozent könnten sich einen solchen Eingriff durchaus vorstellen. Allerdings unter der Voraussetzung, dass sich das Denkvermögen durch einen solchen Chip verbessert.

Bemerkenswert ist auch die deutlich höhere Zustimmung der Jüngeren auch zu sehr weit reichenden Manipulationen: 19 Prozent der Unter-Dreißigjährigen würden die Verpflanzung eines Gehirns akzeptieren und immerhin noch 6 Prozent die Verpflanzung des eigenen Kopfes auf einen anderen Körper. Die Ergebnisse zeigen auch, dass im Allgemeinen die Zustimmung zu Eingriffen bei Menschen mit höherer Schulbildung wächst.

Xenotransplantation und Embryonenforschung sind vielen Menschen suspekt. So können sich zwar knapp 58 Prozent der Deutschen vorstellen bei Versagen des eigenen Herzens mit einem menschlichen Spenderorgan zu leben. Weniger als 10 Prozent jedoch würden ein aus den Zellen eines Embryos gewonnenes Herz oder ein Tierherz für sich akzeptieren. (PC-WELT, 26.10.2000, mp)

www.studienpreis.de: Die Umfrage

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