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Geheimdienste spionierten Wikileaks-Leser aus

18.02.2014 | 14:29 Uhr |

Die Geheimdienste der USA und Großbritannien spionierten Leser und Unterstützer von Wikileaks aus. Das geht aus Dokumenten hervor, die von NSA-Whistleblower Snowden stammen.

Die britische Enthüllungsseite The Intercept berichtet am Dienstag, dass der US-Geheimdienst NSA und der britische Geheimdienst GCHQ die Besucher und Unterstützer von Wikileaks ausgespäht haben. Das habe eine Auswertung von Dokumenten ergeben, die vom NSA-Whistleblower Edward Snowden stammen. Demnach sei nicht nur eine Kampagne durchführt worden, um internationalen Druck auf Wikileaks-Gründer Julian Assange auszuüben, sondern auch auf das "gesamte menschliche Netzwerk, das Wikileaks unterstützt."

Den Dokumenten sei außerdem zu entnehmen, dass intern diskutiert wurde, die File-Sharing-Börse The Pirate Bay und die Hacker-Gruppe Anonymous als Ziele zu definieren. Der GCHQ habe seine Überwachungssysteme dazu genutzt, um die Besucher der Wikileaks-Website auszuspionieren. So sei es möglich gewesen, die IP-Adressen der Besucher der Wikileaks-Seite und deren Sucheingaben in Echtzeit zu ermitteln.

Einem weiteren Geheimdienst-Dokument sei zu entnehmen, dass die Obama-Administration ausländische Regierungen dazu gedrängt habe, Klagen gegen Assange einzulegen, nachdem auf Wikileaks geheime Dokumente über Kriegseinsätze in Afghanistan veröffentlicht worden waren. Laut einem weiteren Dokument von Juli 2011 wurde in Betracht gezogen, Wikileaks als "feindlichen ausländischen Akteur" einzustufen, was eine umfangreichere elektronische Überwachung auch bestimmter US-Bürger ermöglicht hätte.

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