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Geheimdienste: Freispruch wegen Internet

Das Landgericht Berlin hat den Verlag "Das neue Berlin" vom

Das Landgericht Berlin hat den Verlag "Das neue Berlin" vom Vorwurf der Beihilfe zum Geheimnisverrat freigesprochen. Der Verlag hatte die Memoiren des Verfassungsschutz-Beamten Hans Tiedge veröffentlicht. Darin sah das Gericht jedoch kein Problem mehr, nachdem die Memoiren auch im Internet veröffentlich worden sind.

Tiedge hatte sich 1985 in die DDR abgesetzt, dort ausgepackt und lebt nun in Moskau. Er schilderte die Struktur und Arbeitsweise des Amtes für Verfassungsschutz und nannte Kollegen mit Klarnamen. Der Verlag hatte die Memoiren zur Veröffentlichung vorbereitet, der brisante Text geriet ins Internet und erschien dann in Buchform.

Begründung des Freispruchs: "Nach der Einstellung ins Internet konnten keine Geheimnisse mehr verraten werden", so die Vorsitzende Richterin. Als Internetquelle wird stets die unten angegebene Quelle genannt, auf der sich der Text noch heute befindet.

Pointe: Die Memoiren sind hier nur in Teilen vorhanden, und offenbar nie vollständig ins Internet gelangt.(PC-WELT, 24.01.2000, mk)

Tiedge-Memoiren

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