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Mitarbeiter wollen trotz Krise mehr

08.01.2009 | 13:26 Uhr |

Trotz der aktuellen Wirtschaftskrise lassen sich fast 50 Prozent der deutschen Arbeitnehmer nicht davon abbringen, demnächst mit ihrem Chef über eine Gehaltserhöhung zu verhandeln.

Obwohl die schwächelnde Konjunktur und Rezessionsängste viele Unternehmen bereits zu drastischen Einsparungen gezwungen hat und Gehaltsverhandlungen schwierig sind, ist auch der Großteil der Österreicher und Schweizer vom Erfolg des Nachverhandelns überzeugt. Zu diesem Ergebnis gelangt eine aktuelle Erhebung des Karriere-Portals Monster Deutschland, bei der 779 Arbeitnehmer in der DACH-Region befragt wurden.

"Die Finanz- und Wirtschaftskrise macht Gehaltsverhandlungen mit dem Chef gegenwärtig nicht unmittelbar leichter. Umso wichtiger ist es, dass man plausibel darlegen kann, warum man mehr Geld vom Arbeitgeber haben möchte. Der Erfolg oder Misserfolg hängt davon ab, inwiefern man sich bereits im Vorhinein auf das Gespräch vorbereitet und selbst präsentiert", unterstreicht Andrea Weitz, Expertin für Kompetenzmanagement an der Fachhochschule des Mittelstands . Laut der Insiderin ist die überzeugende Darstellung des "Mehr" an Arbeitsleistung oder Verantwortung, die ein Angestellter erbringt, ausschlaggebend, ob eine Gehaltserhöhung bewilligt wird oder nicht.

Die Bereitschaft, sich diesen Fragen in einer Gehaltsverhandlung zu stellen, nimmt laut den Ergebnissen der Monster-Umfrage bei den Angestellten zu. 45 Prozent der Deutschen und 49 Prozent der Österreicher bzw. 50 Prozent der Schweizer streben gegenwärtig an, über ihre Bezahlung neu zu verhandeln. "Ich verstehe, dass Arbeitnehmer ein neues Gehalt anstreben, schließlich sind die Zeiten, in denen man jedes neue Jahr ein wenig mehr bekommt, bei vielen Unternehmen inzwischen vorbei", erläutert Weitz. Dass sich die Arbeitnehmer trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise für Gehaltserhöhungen ins Zeug legen, bewertet Marco Bertoli, Geschäftsführer Monster Central Europe, hingegen als positiv.

"Den Mitarbeitern ist bewusst, dass sie einen wichtigen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten, und das möchten sie entsprechend belohnt haben", so Bertoli in einer Aussendung. Trotz der Bemühungen und Wünsche vieler, können nicht alle Arbeitnehmer wegen ihres Gehalts in Neuverhandlungen treten. So gaben 13 Prozent der deutschen Studienteilnehmer an, nach Tarif bezahlt zu werden und somit keine Möglichkeit zu haben, auf die Höhe des Einkommens Einfluss zu nehmen. Rund zehn Prozent der deutschen Arbeitnehmer wollen hingegen nicht neu pokern, da sie erst vor kurzem eine Gehaltserhöhung bekommen haben. (pte/jp)

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