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AMD-Chef Ruiz - Wenig bringen, viel kassieren

14.12.2007 | 14:05 Uhr |

Das Jahr 2007 lief für AMD in vielfacher Hinsicht schlecht. Nicht so für CEO Hector Ruiz: Er streicht eine Gehaltserhöhung ein.

Das Bild passt in die Zeit und die laufende Debatte über die Gier von Managern, die wenig leisten - AMD-CEO Hector Ruiz musste gestern vor Finanzanalysten einräumen, dass 2007 ein schwarzes Jahr für den Konzern gewesen ist: Man habe es schlicht verbockt, aber auch aus den Fehlern gelernt, und es werde nicht wieder vorkommen, lautete sein Credo. In der Tat war 2007 ein mieses Jahr für den Intel-Rivalen, der nach einer Phase der Erholung in den Jahren zuvor wieder seine traditionelle Performance an den Tag legte. Diese setzt sich aus technischen Problemen, Management-Fehlern und Produktverzögerungen zusammen. Aktuelles Beispiel: Der Quad-Core-Chip "Opteron/Barcelona", schon verspätet angekündigt im September, kommt voraussichtlich Ende des ersten Quartals 2008 auf den Markt.

Der relative Kursverlauf der Aktien von Intel (blau) und AMD (rot) in den vergangenen sechs Monaten.
Vergrößern Der relative Kursverlauf der Aktien von Intel (blau) und AMD (rot) in den vergangenen sechs Monaten.
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Summa summarum verbuchte AMD in den ersten neun Monaten des Jahres einen Verlust von 1,6 Milliarden Dollar. Hinzu kommen langfristige Verbindlichkeiten von 3,7 Milliarden Dollar und eine nicht näher bezifferte Abschreibung auf das übernommene Geschäft von ATI in Milliardenhöhe. Der Deal hat sich bislang nicht nur als teurer Fehler herausgestellt, er wurde auch noch schlecht umgesetzt. Am 13. Dezember schloss die AMD-Aktie bei 8,84 Dollar, rund 55 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Ruiz kündigte an, 2008 operativ wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Wie das gelingen soll, ist klar: Die Kosten müssen um 35 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar gesenkt werden, was auf Massenentlassungen oder Outsourcing von Produktionsstätten hinweist. Auch das Budget für Forschung und Entwicklung dürfte in Mitleidenschaft gezogen werden – mit fatalen Folgen für die Zeit nach 2008.

Immerhin kann der Konzern einen Gewinner des Jahres präsentieren: CEO Hector Ruiz. AMD veröffentlichte ein Dokument an die US-Börsenaufsicht SEC, wonach das Grundgehalt des Managers um sieben Prozent auf 1,124 Millionen Dollar steigt. Der Vertrag war am 7. Dezember abgeschlossen worden. Mitte November waren Gerüchte aufgekommen, dass Ruiz den Chefposten bei AMD abgeben muss. 2006 hatte Ruiz noch 1,046 Millionen Dollar verdient. Mit Aktien und anderen Kompensationen war sein Jahresgehalt auf über 12,8 Millionen Dollar geklettert. Intel-CEO Paul Otellini kam 2006 auf ein Grundgehalt von 700.000 Dollar, insgesamt strich er 9,8 Millionen Dollar ein. AMD hat derzeit eine Marktkapitalisierung von knapp fünf Milliarden Dollar, Intel ist 159 Milliarden Dollar schwer.

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