Sprachsteuerung

Apples Siri ist geknackt worden

Mittwoch, 16.11.2011 | 13:25 von Panagiotis Kolokythas
Fotostrecke Apple Siri wurde geknackt
Französischen App-Entwicklern ist es gelungen, die Sprachsteuerung Siri zu knacken, die Apple beim iPhone 4S einsetzt.
Die französischen App-Entwickler von Applidium melden, dass es ihnen gelungen ist, das Protokoll zu knacken, welches Apples Sprachsteuerung Siri beim iPhone 4S nutzt, um mit den Apple-Servern zu kommunizieren. Das bedeutet nichts anderes, als das theoretisch nun jedes andere Gerät die Sprachsteuerung nutzen könnte. Also auch Android-Smartphones.

Apple hatte bei der Vorstellung von Siri auch die Funktionsweise der Sprachsteuerung erläutert. Die in das iPhone 4S gesprochene Sprachbefehle werden vom Gerät an Apple-Server geschickt, die entschlüsseln, was der Anwender gesagt hat und dann dem iPhone 4S eine Anweisung zurück schicken, wie es darauf reagieren soll.

Im PC-WELT Test: iPhone 4S

Applidium konnte das von Siri genutzte Protokoll knacken, indem es einen eigenen HTTPS-Server und ein gefälschtes SSL-Zertifikat einsetzte. Dabei fand Applidium auch neue Details heraus, wie genau Siri funktioniert. Laut Angaben von Applidium werden die in das iPhone 4S aufgesprochene Sprachbefehle als Audio-Datei mit dem offenen Speex Audio-Codec komprimiert und dann an die Apple-Server gesendet. Dabei werden, so Applidium, viele, viele Daten hin und hergeschickt. Bei der Text-zu-Sprache-Funktion wird beispielsweise jedem erkannten Wort ein Zeitstempel hinzugefügt.

Laut Applidium könnte mit den neuen Erkenntnissen nun jeder eine Siri-App für Android-Smartphones programmieren. Es gibt aber da noch einen Knackpunkt: Der Apple-Server überprüft bei jeder Anfrage, ob es mit einem iPhone 4S kommuniziert. Dabei überprüft der Apple-Server die UDID (unique device identifier key) des anfragenden Geräts. Um den Apple-Server auszutricksen, müsste also die UDID eines iPhone 4S verwendet werden. Letztendlich dürfte es aber nicht dauern, bis Apple die Sicherheitslücke auf seinen Siri-Servern behebt.

Mittwoch, 16.11.2011 | 13:25 von Panagiotis Kolokythas
Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (0)
1174904