111986

Tipps von Microsoft für Online-Spieler

04.09.2008 | 15:51 Uhr |

Immer mehr Schädlinge dienen einzig dem Zweck Zugangsdaten für Online-Spiele auszuspionieren. Microsoft hat in seinem Malware Protection Center einige Tipps bereit gestellt, wie Online-Spieler deren Fallen vermeiden können.

Eine ganze Kategorie von digitalen Schädlingen ist darauf spezialisiert Passwörter und weitere Anmeldedaten für Online-Dienste zu stehlen. Neben Banken und Web-Mailern sind es vor allem Online-Spiele, für die sich Kriminelle zunehmend interessieren. Mit den virtuellen Gütern, die man durch Passwortdiebstahl entwenden kann, lässt sich ganz reales Geld verdienen. Jeremy Croy vom Microsoft Malware Protection Center (MMPC) gibt sich selbst als Online-Spieler zu erkennen und hat einige Tipps zusammen gestellt, mit denen sich Spiele-Fans vor Passwortdieben schützen können.

Einige der von Jeremy Croy im MMPC-Blog (englisch) vorgeschlagenen Maßnahmen sollten an sich für jeden mit dem Internet verbundenen Windows-PC selbstverständlich sein. Beim Spielen werden Schutzprogramme jedoch gerne ausgeschaltet, um das letzte Quäntchen an Leistung aus dem System heraus zu holen und ohne Störung durch Warnmeldungen daddeln zu können. Jeremy Croy empfiehlt:

1. Setzen Sie aktuelle Antivirus-Software ein.
Der mit dem Abschalten der Schutzprogramme verbundene Leistungsgewinn ist hinfällig, wenn die erspielten Güter oder Fähigkeiten durch Schädlinge gestohlen werden. Wer etwa während des Spielens im Web nach Tipps für das nächste Rätsel sucht, ist stets auch in Gefahr Opfer von Malware zu werden.

2. Nutzen Sie Zwei-Wege-Anmeldeverfahren, wenn ein Spiel diese anbietet.
Die Zwei-Wege-Anmeldung wird von immer mehr Spielen unterstützt. Dabei kommt zum Beispiel eine Smart-Card oder eine anderes Gerät zum Einsatz, das zusätzlich eine nur kurze Zeit gültige PIN generiert, die man bei der Anmeldung eingeben muss. Wer das Passwort ausspioniert hat, braucht auch noch die PIN, um ans Ziel zu gelangen.

3. Benutzen Sie aktuelle Browser und Browser-Erweiterungen.
Malware nutzt Sicherheitslücken in den verwendeten Programmen aus, um sich einzuschleichen. Die Hersteller von Browsern und deren Zusätzen stellen daher Updates oder neue Versionen bereit, um solche Schwachstellen zu beseitigen. Vista-Nutzer sollten den Benutzerkontenschutz aktiviert lassen, weil der Internet Explorer dann mit niedrigen Rechten läuft, um die Ausnutzung von Schwachstellen zu verhindern.

4. Verwenden Sie ein eingeschränktes Benutzerkonto.
Das kann ein Problem sein, weil so manches Spiel nicht mit einem solchen Konto laufen will. Der Benutzerkontenschutz von Vista soll hier helfen, da das Standardkonto eines mit eingeschränkten Rechten ist.

5. Lassen Sie Firewalls aktiviert und halten Sie sie aktuell.
Firewalls können zwar nicht verhindern, dass Schädlinge Sicherheitslücken ausnutzen, sie könne jedoch Angriffe aus dem Internet abwehren und eingedrungene Schädlinge daran hindern nach Hause zu telefonieren.

6. Melden Sie sich nie an, wenn Sie nicht an einem vertrauenswürdigen PC sitzen.
Öffentliche zugängliche Rechner, etwa in Internet-Cafés, können mit Key-Loggern verseucht sein, die Passwörter stehlen. Teilen Sie sich Ihre Anmeldedaten nicht mit jemand anderem, denn der könnte sich von einem unsicheren Rechner aus anmelden.

7. Laden Sie sich nicht irgend welche Cheats oder Cracks herunter.
Nicht jedes Knackprogramm ist, was es zu sein vorgibt, auch wenn es sehr überzeugend aussieht. Oft handelt es sich um Malware.

Außerhalb dieser Reihe warnt Jeremy Croy auch vor der Funktion "Benutzernamen merken", die einige Spiele als vermeintliche Schutzmaßnahme gegen Passwortdiebe anbieten. Es gibt Schädlinge, die im Bildschirminhalt nach solchen Eingabefeldern suchen und deren Inhalt kopieren, um ihn an die Täter zu übermitteln - zusammen mit den übrigen ausspionierten Daten.

Wenn Sie diese Tipps beachten, sollten Sie Ihr Spiel unbeschwert genießen können, ohne dass es nachher ein böses Erwachen gibt, das den ganzen Spaß und die Entspannung wieder verdirbt.

Mehr zum Thema:
Steiler Anstieg: Angriffe auf Online-Spieler nehmen weiter zu

0 Kommentare zu diesem Artikel
111986