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Gefahr von "Cyber-Kriegen"

Die Bundesregierung mach sich zunehmend Sorgen über Hackerangriffe und andere Gefahren aus dem Internet. Mit einer schnellen Eingreiftruppe und weiteren Sicherheitsmaßnahmen will man jetzt versuchen, der grenzübergreifenden Cyberkriminalität Herr zu werden.

Gefahren aus dem Internet bedrohen nach Ansicht der Bundesregierung zunehmend Staat und Wirtschaft. Regierungsexperten sehen eine große Gefahr, dass an die Stelle einer "kriegerischen Auseinandersetzung im herkömmlichen Sinne" künftig Angriffe aus dem Internet stehen könnten. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel in seiner neuen Ausgabe.

Man müsse in Zukunft mit extremistischen oder gekauften Hackern rechnen, die im Auftrag von kriminellen Organisationen oder feindlichen Staaten Angriffe durchführten, schreibt der Spiegel. Die Attacken könnten sich etwa gegen die Energieversorgung, das Gesundheitswesen oder die Polizei richten.

Besonders beunruhigt sind die Experten dem Bericht zufolge darüber, dass der so genannte "Cyberwar" von überall aus der Welt geführt werden kann, da das Internet die Grenzen verwische. Es gebe "kein geschütztes Staatsgebiet mehr, das an seinen Grenzen mit militärischen Mitteln erfolgreich zu verteidigen wäre".

Um Staat und Wirtschaft zu schützen, plädiert die Gruppe für eilige Maßnahmen. So sollen alle kritischen Bereiche von der Telekommunikation über die Energieversorgung bis zum Verkehr sowie die Verwaltungen von Bund und Ländern besonders gesichert werden. Zudem soll eine "schnelle Eingreiftruppe" beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gebildet werden, die jederzeit abrufbereit sei. (PC-WELT, 04.04.2000, dpa/ sp)

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