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Usedsoft wirft Microsoft "Propaganda" vor

12.08.2008 | 10:08 Uhr |

Usedsoft hat auf Microsofts Ankündigung reagiert, auffällig gewordene Produktschlüssel gebrauchter Software sperren zu wollen. Usedsoft wirft Microsoft "Propaganda" vor und den Versuch, die Käufer gebrauchter Software einschüchtern zu wollen.

Die Antwort hat nicht lange auf sich warten lassen: Am Montag hatte Microsoft angekündigt, Produktschlüssel gebrauchter Software sperren zu wollen, die auffällig geworden sei . Der Lizenzhändler Usedsoft bezeichnet diese Ankündigung als "schamlosen Versuch des Software-Monopolisten, die Software-Nutzer unter Verdrehung von Tatsachen einzuschüchtern", wie Peter Schneider, Geschäftsführer von Usedsoft erklärte. Es sei das Vertriebsmodell von Microsoft, dass derselbe Produktschlüssel über Großdistributoren an bis zu Hunderte Kunden vergeben werde. Daher sei die gleichzeitige Nutzung dieser Produktschlüssel "kein sicherer Hinweis auf rechtswidrige Nutzung."

In einer Mitteilung weist Usedsoft darauf hin, dass Microsoft bereits im Juni 2008 einige wenige Produktschlüssel gesperrt habe, die in Hände von Betrügern geraten seien. Usedsoft äußert daher den Verdacht, dass Microsoft versuche, einen alten Fall als aktuell darzustellen. Damit, so heißt es, solle erreicht werden, dass der Fall mit dem erst später gefällten Oracle-Urteil in Verbindung gesetzt wird.

"Dass sich Microsoft in diesem Zusammenhang auf das jüngste Oracle-Urteil des OLG München beruft, ist leicht durchschaubare Propaganda", heißt es seitens Usedsoft, dass diesen Vorwurf mit Verweis auf ein vom Landgericht München gefälltes Urteil begründet. Das Gericht hatte geurteilt, dass der Verkauf einzelner Microsoft-Software-Lizenzen möglich sei, die zuvor im Rahmen von Volumenlizenzverträgen abgegeben worden waren. Dabei, so das Urteil weiter, sei auch keine Zustimmung von Microsoft notwendig. Das Oracle-Urteil, auf das dagegen Microsoft immer hinweise, gelte nur für Oracle-Software.

Usedsoft nutzt die Gelegenheit, um darauf aufmerksam zu machen, dass Microsoft durchaus Produktschlüssel sperren kann, wenn das Unternehmen davon erfährt, das diese von Betrügern missbraucht wurden. Die betroffen Kunden würden dann eine Warnmeldung erhalten, beispielsweise wenn sie ein Update über einen Microsoft-Server herunterladen. "Dies kann nun auch usedSoft-Kunden passieren, weil der von ihnen gemeinsam mit vielen anderen Microsoft-Kunden genutzte Produktkey durch andere Nutzer in falsche Hände ging", so Usedsoft und weiter: "Dies heißt aber nicht, dass die usedSoft-Kunden ihre Lizenzen deshalb unrechtmäßig erworben haben. Sie können diese Software natürlich weiter beruhigt nutzen, wenn sie die Software von einem seriösen Software-Gebrauchthändler wie usedSoft gekauft haben."

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