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Gartner: Spiele-Branche steht vor gewaltigen Herausforderungen

21.03.2007 | 12:43 Uhr |

Am Freitag komplettiert Sonys Playstation 3 mit ihrem Start in Europa das Trio der Konsolen der neuen Generation, Nintendos Wii und Microsofts Xbox 360 buhlen bereits seit längerem um die Gunst der Kunden. Für Spiele-Firmen könnte das Entwickeln von Games für die neuen Plattformen zu einem riskanten Unterfangen werden, warnen die Marktforscher von Gartner und geben den Unternehmen einige Tipps an die Hand.

In den vergangenen Jahren kannte die Umsatz- und Gewinn-Entwicklung bei Firmen, die Konsolenspiele entwickeln, nur eine Richtung: nach oben und zwar deutlich. Aus einem Geschäft mit ein paar tausend Dollar Umsatz im Jahr hat sich mittlerweile ein Milliardenmarkt entwickelt. Doch gerade die Leistungsfähigkeit der neuen Konsolen wie Xbox 360 und der kommenden Playstation 3 könnte dazu führen, dass die Gewinne in diesem Bereich nicht mehr so sprudeln, wie in den vergangenen Jahren. Davor warnen zumindest die Analysten von Gartner .

Aus Sicht der Marktforscher sind es in erster Linie wirtschaftliche Gründe, die die Spiele-Branche beachten muss, um auch künftig erfolgreich zu sein. So werden die Konsolen zwar immer leistungsfähiger, entsprechend steigt aber auch der Aufwand für die Entwicklung, da mehr Zeit für ausgefeilte Grafiken oder die Physik in den Spielen investiert werden muss. Gartner zufolge kostet die Entwicklung eines Top-Titels für Xbox 360 oder Playstation 3 zwischen 15 und 20 Millionen Dollar. Derartige Titel für die letzte Konsolengeneration kosteten noch grob die Hälfte. Da die Preise für Spiele aber nicht beliebig nach oben gesetzt werden können, um dem gestiegenen Aufwand Rechnung zu tragen, bedeutet dies letztlich sinkende Margen für die Hersteller. Gartner geht davon aus, dass künftig mindestens eine Million Einheiten eines Top-Spiels abgesetzt werden müssen, um sich zu rechnen.

Darüber hinaus empfehlen die Marktforscher den Unternehmen, ihren Markt schnellstmöglich zu erweitern. Derzeit sei der durchschnittliche Konsolen-Spieler männlich und zwischen 16 und 34 Jahre alt und interessiert an tiefer gehenden Spieletiteln, so Gartner. Dieser Markt sei mittlerweile gesättigt. Wachstumsmöglichkeiten sehe man aber vor allem bei Frauen und Nutzern, die keinen Wert auf eine großartige Story in Spielen oder Komplexität legen und eher auf den schnellen Spielspaß aus sind.

Playstation 3: Offizielle Website zur Abwärtskompatibilität ist online (PC-WELT Online, 20.03.2007)

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