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Handyabsatz in Westeuropa bricht ein

Der Mobilfunkabsatz ist im ersten Quartal 2008 deutlich angestiegen. Allerdings resultiert das Wachstum vor allem aus den steigenden Verkäufen in Schwellen- und Entwicklungsländern, in Westeuropa brach der Absatz hingegen ein. Marktführer ist weiterhin Nokia, größter Verlierer bleibt Motorola. Kürzlich hatten bereits IDC und ABIresearch Marktzahlen mitgeteilt.

Der weltweite Absatz von Handys stieg im ersten Quartal 2008 stark an. Insgesamt verkaufte die Industrie rund 294,3 Millionen Geräte, das ist ein Zuwachs um 13,6 Prozent verglichen zum Vorjahreszeitraum. Allerdings entwickelten sich die Verkaufszahlen regional unterschiedlich: Während die Schwellen- und Entwicklungsländer stark zulegten, sank der Absatz in Westeuropa um 16,4 Prozent. Für das Gesamtjahr korrigierte Gartner seine Erwartungen nach unten.

An der Spitze der Hersteller steht weiterhin Nokia mit 115,2 Millionen verkauften Mobiltelefonen. Der Marktanteil stieg verglichen zum ersten Quartal 2007 um 3,6 auf 39,1 Prozent. Grund für die positive Entwicklung ist die breite Produktpalette der Finnen. Den zweiten Platz sicherte sich Samsung mit 42,4 Millionen Handys und einem Marktanteil von 14,4 Prozent. Auch die Koreaner legten deutlich um 2 auf 14,4 Prozent zu.

Die stärkte Entwicklung gab es bei Motorola: Der US-Hersteller lag im letzten Jahr mit 18,4 Prozent noch auf dem zweiten Rang. Mit einem Marktanteil von aktuell 10,2 Prozent und 29,9 Millionen Handys muss sich der Konzern jetzt vor der Konkurrenz in Acht nehmen. LG Electronics verkaufte 23,6 Millionen Geräte und lag mit 8 Prozent knapp hinter den Amerikanern, Sony Ericsson fiel knapp dahinter auf den fünften Rang zurück.

In den Monaten von Januar bis März gingen in den Ländern Westeuropas rund 35,9 Millionen Telefone über die Ladentheken. Wegen steigender Subventionszahlungen für Highend-Modelle verlängerten die Betreiber die Mindestlaufzeiten von Handyverträgen, das wirkte sich negativ auf den Neukaufzyklus aus, so Gartner Analystin Carolina Milanesi. Ein weiterer Grund für die sinkende Nachfrage sei die wirtschaftliche Abschwächung durch steigene Rohöl- und Lebensmittelpreise. Für das laufende Jahr erwartet Milanesi weiterhin ein starkes Wachstum der Mobilfunkbranche, das zwischen 10 und 15 Prozent liegt. Jedoch werde der Gesamtumsatz unter der Prognose von Dezember 2007 liegen.

Im April hatten bereits die Marktforscher von IDC und ABIresearch ihre Marktzahlen bekannt gegeben und kamen auf vergleichbare Ergebnisse. Dabei stellten sie vor allem die Entwicklung von Motorola heraus, dessen Verkaufszahlen auf das Niveau von 2004 zurück fielen. Nach Schätzung von IDC fehlen vor allem Musik-Handys, Touchscreens und Geräte mit dem Schwerpunkt auf E-Mails und Internet. Eine Trendwende sei nicht erkennbar.

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