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Diversifikation als Erfolgsgarant

25.12.2009 | 14:51 Uhr |

Trotz der Ankündigung von Google, ein kostenloses Navigationsservice für Android-Smartphones auf den Markt zu bringen, bleibt Navigationshersteller Garmin gelassen.

Breit aufgestellt will der Weltmarktführer auch in Zukunft Innovationsführer sein. "Garmin hat sich nie nur auf ein Feld konzentriert und ist breit aufgestellt. Innovationen wie das Garmin-Handy oder Navis mit GSM-Anbindung zeigen, dass Garmin die Richtung vorgibt", sagt Garmin-Österreich-Marketingleiter Michael Schellnegger im pressetext-Interview. Die zweite Generation des Garmin-Navi-Handys steht unmittelbar bevor, der Launch ist zum Ende des ersten Quartals 2010 geplant. "Das Handy wird mit Linux, Windows Mobile oder Android arbeiten und preislich im Smartphone-Bereich angesiedelt sein", so Schellnegger. Als regelrechtes Boom-Segment kristallisiert sich derzeit der Sport-, Fitness- und Outdoorbereich heraus. Klarer Umsatzbringer sind derzeit aber noch die Straßennavigationsgeräte mit einem Anteil von rund 70 Prozent am Gesamtumsatz von Garmin.

Einen "Kampf" zwischen Handy und Navi sieht Schellnegger nicht: "Zwar wurden vergangenes Jahr mehr Smartphones als Navigationsgeräte verkauft. Die Navi-Funktionalität ist jedoch in vielen Geräten nur theoretischer Natur, praktisch wird diese nicht oft verwendet". Das aktuelle Geschäftsjahr war von der weltweiten Krise geprägt. Schätzungen für das Gesamtjahr 2009 liegen noch nicht vor, "das erste Halbjahr war jedoch sehr verhalten", so Schellnegger, der mit einer Konsolidierung des Marktes in den nächsten Jahren rechnet. Derzeit hält Garmin, das 1989 von zwei ehemaligen NASA-Ingenieuren gegründet wurde, als Weltmarktführer einen Anteil von 36 Prozent. Traditionell stark zeigt sich der amerikanische Markt mit 60 Prozent Marktanteil, Aufholbedarf gibt es noch in Europa, wo Garmin mit 23 Prozent zu 46 Prozent (TomTom) noch Potenzial besitzt.

Googles Ankündigung versetzte die bestehende Konkurrenz in eine Art Schockzustand. Die Aktien von TomTom und Garmin verloren kurzfristig 21 bzw. 16 Prozent. Nach Analysteneinschätzung scheint dieser Schockzustand auch gerechtfertigt. "Google wird mit dem Navigationsdienst starken zusätzlichen Druck auf die etablierten Hersteller ausüben", meint Dominique Bonte, Research Director Telematics and Navigation bei ABIresearch , auf Nachfrage von pressetext. Berührungsängste haben die Konzerne jedoch nicht, wie die aktuelle Zusammenarbeit zwischen Google und Garmin beweist.

(pte)

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