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Russische Cyber-Miliz attackiert Kirgisistan

29.01.2009 | 11:33 Uhr |

Die Attacke von russischen Hackern hat dafür gesorgt, dass das Land Kirgisistan vom Internet getrennt worden ist. Die Attacke begann am 18. Januar und hatte die beiden größten Internet-Provider zum Ziel.

Laut Angaben von Sicherheitsexperten sorgte die Attacke dafür, dass fast das gesamte Land offline ist. Außerdem wurde der Mail-Verkehr von und zu einem US-Luftwaffenstützpunkt gestört. Schuld sollen die DoS-Attacken der russischen Hacker sein.

Wie der IT-Nachrichtendienst IDGNews meldet, konnten die Attacken auf eine Gruppe russischer Hacker zurückverfolgt werden. Die Gruppe ist seit letztem August aktiv und hat sich wie eine Art Cyber-Miliz organisiert. Die Gruppe fiel im vergangenen Jahr zum ersten Mal auf, als sie während des Konflikts zwischen Russland und Georgien die Internet-Anbindung von Georgien erfolgreich attackierte. Laut Angaben von Sicherheitsexperten kamen bei der Attacke auf Kirgisistan dieselben Tools zum Einsatz, wie seinerzeit bei der Cyber-Attacke auf Georgien.

Über die Gründe der Attacke kann nur spekuliert werden. Wahrscheinlich hängen sie damit zusammen, dass Russland eine Investition in Kirgisistan davon abhängig gemacht hat, dass die fremden Streitkräfte das Land verlassen müssen. Erst dann will Russland dem Land 300 Millionen US-Dollar leihen und weitere 1,7 Milliarden US-Dollar in die Energie-Industrie des Landes investieren.

Sicherheitsexperten sind darüber besorgt, wie schnell die Hacker reagierten und wie schnell die Attacke auch erfolgreich war. Die Hacker würden immer schneller reagieren, wenn Ereignisse eintreten, die die russischen Interessen betreffen. Früher habe es immer mehrere Tage oder Wochen gedauert, mittlerweile würden die Hacker innerhalb von Stunden reagieren, was auf eine straffe Organisation der Cyber-Miliz schließen lassen. Bisher haben die Sicherheitsexperten aber keine Hinweise darauf gefunden, dass es zwischen der Cyber-Miliz und der russischen Regierung eine Verbindung gäbe.

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